Behind the Image: Across the Röstigraben (D)

Nach einem kurzen Flug von Genf wird der Kapitän in wenigen Augenblicken seinen Airbus A320neo sanft auf die Landebahn 34 am Flughafen Zürich aufsetzen. Trotz der überschaubaren Grösse des Landes verfügt die Schweiz über vier offizielle Sprachen. Eine Besonderheit des 30-minütigen Inlandfluges ist das Überqueren des "Röstigrabens", der imaginären Grenze zwischen dem französisch- und deutschsprachigen Teil des Landes, benannt nach einem nationalen Gericht.

 

Willkommen an Bord von LX2819

Während unser Airbus A320neo Richtung Flughafen Zürich absinkt, erinnert uns die sanfte Landschaft des Zürcher Oberlands an die faszinierende Vielfalt, die sich während des kurzen Hüpfers von Genf und somit quer durch die Schweiz unter uns entfaltet hat. Trotz ihrer bescheidenen geografischen Ausdehnung ist die Schweiz ein Land mit reicher kultureller Vielfalt, die sich nicht zuletzt in ihren vier Amtssprachen manifestiert. Auf unserem 30-minütigen Flug haben wir das Privileg, beinahe die gesamte Breite dieses Juwels im Herzen Europas und mein Zuhause zu überqueren. Mit mehreren Flügen pro Tag verbinden wir die beiden Tore zur Schweiz miteinander und bieten auf unserem einzigen Inlandflug einzigartige und vor allem abwechslungsreiche Perspektiven auf unser Zuhause. Dabei überqueren wir auch eine imaginäre Grenze, die die Schweizer sowohl mit einem Zwinkern als auch liebevoll "Röstigraben" nennen. Sie markiert den Übergang zwischen den französisch- und deutschsprachigen Regionen und ist nach einem beliebten nationalen Gericht benannt. Herzlich willkommen im Cockpit auf dem Flug von Genf nach Zürich. Begleite mich und lass uns gemeinsam die Schweiz von oben erkunden.

Genf liegt am westlichen Ende des Genfer Sees nahe den französischen Alpen und ist eine die zweit-grösste Stadt im Land bekannt für seine diplomatische Bedeutung und ihre kulturelle Vielfältigkeit.
Genf liegt am westlichen Ende des Genfer Sees nahe den französischen Alpen und ist eine die zweit-grösste Stadt im Land bekannt für seine diplomatische Bedeutung und ihre kulturelle Vielfältigkeit.
Die Lichter von Genf deutlich sichtbar als wir uns dem Schweizer Luftraum aus östlicher Richtung nähern. Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Hügeln des Jura und den hohen Gipfeln der französischen Alpen.
Die Lichter von Genf deutlich sichtbar als wir uns dem Schweizer Luftraum aus östlicher Richtung nähern. Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Hügeln des Jura und den hohen Gipfeln der französischen Alpen.

 

Gerade haben wir von der Piste 04 in LSGG abgehoben und steigen über dem Genfersee in den Abendhimmel empor. Die Weinberge des Lavaux schmiegen sich malerisch entlang des Sees in die Landschaft. Der Kanton Genf, umgeben von Frankreich, markiert das westliche Ende des Alpenstaates, und nur wenige Kilometer Richtung Süden beginnen die französischen Alpen. Von unserem Start an beginnt sich die Landschaft unter uns zu verändern und spiegelt dabei die kulturellen und sprachlichen Unterschiede der Schweizer Regionen wider. Entlang des Genfersees ist der französische Einfluss deutlich spürbar, nicht nur in der gesprochenen Sprache, sondern auch im architektonischen Flair und den kulinarischen Köstlichkeiten, die die Region prägen. Aufgrund unserer äusserst kurzen Flugzeit steigen wir auf eine vergleichsweise niedrige Reisehöhe von nur 5000 m oder 15000 ft. Während wir über dem Genfersee unseren Steigflug fortsetzen, schauen wir nach Süden und bewundern den 4805 m hohen Mont Blanc. Das gleichnamige Massiv liegt direkt am Dreiländereck von Frankreich, Italien und der Schweiz, und sein Gipfel ist der höchste Berg der Alpen und Europas ausserhalb des Kaukasusgebirges. Unser Blick schweift nach links um das Matterhorn zu erblicken. Es ist zweifellos der berühmteste Berg und ein nationales Symbol der Schweiz. Er ist Teil der Walliser Alpen, die einige Rekorde unter den Gebirgsgruppen der Alpen für sich beanspruchen, etwa die umfangreichste Vergletscherung oder die höchste Anzahl an Viertausendern im Alpenhauptkamm. Direkt hinter dem Matterhorn erscheinen die Gletscher des Monte Rosa-Massivs und der höchste Berg der Schweizer Alpen. Mit 4634 Metern thront die Dufourspitze über dem Mattertal, das Zermatt Richtung Norden mit dem Kanton Wallis verbindet.

Der goldene Schimmer der untergehende Sonne beleuchtet den mäjestätischen Mont Blanc. Europas höchster Gipfel ragt 4805m in den Himmel hoch und ist  ganz-jährig schneebedeckt.
Der goldene Schimmer der untergehende Sonne beleuchtet den mäjestätischen Mont Blanc. Europas höchster Gipfel ragt 4805m in den Himmel hoch und ist ganz-jährig schneebedeckt.
Wir nähern uns dem östlichen Ende des Genfer Sees und bestaunen die Schichten, die durch den Morgennebel des frühen Sommers entstehen. Wer genau hinschaut kann bereits das Matterhorn entdecken?
Wir nähern uns dem östlichen Ende des Genfer Sees und bestaunen die Schichten, die durch den Morgennebel des frühen Sommers entstehen. Wer genau hinschaut kann bereits das Matterhorn entdecken?
Das markante Matterhorn in seiner vollen Pracht an einem beinahe wolkenlosen Wintertag. Links davon kann man das Monte Rosa-Massiv und der höchsten Gipfel der Schweiz erkennen.
Das markante Matterhorn in seiner vollen Pracht an einem beinahe wolkenlosen Wintertag. Links davon kann man das Monte Rosa-Massiv und der höchsten Gipfel der Schweiz erkennen.

Au revoir Genève, Grüezi Zürich

Nach wenigen Flugminuten erreichen wir das östliche Ende des Genfersees, und vor uns liegt bereits die imaginäre Grenze des Röstigrabens. Die sanften Weinberge des Lavaux liegen bereits hinter uns, und die Landschaft wird zunehmend voralpiner. Hügellandschaften, die in sanfte Täler übergehen, und die Seenlandschaft des Mittellandes künden damit unsere Ankunft in der deutschsprachigen Schweiz an. Hier nimmt die Architektur der verstreuten Dörfer einen traditionell alpinen Charakter an, unverkennbar an den chaletähnlichen Holzhäusern und einer präzise angelegten Infrastruktur, die sich durchdacht durch die Täler unter uns schlängelt.

Der Begriff "Röstigraben" beschreibt übrigens die kulturellen und sprachlichen Unterschiede in der Schweiz, insbesondere zwischen den französisch- und deutschsprachigen Regionen. Er durchquert die Schweiz in nord-südlicher Richtung, und seine unsichtbare Grenze reicht von der französischen Grenze im Norden bis zur italienischen Grenze im Süden und durchquert dabei verschiedene Kantone. Solltest du noch nie in den Genuss einer "Rösti" gekommen sein, so kann ich dir das traditionelle Schweizer Kartoffelgericht bei deinem nächsten Besuch wärmstens empfehlen. Der Begriff symbolisiert hauptsächlich und auf humorvolle Weise die Unterschiede zwischen dem französischsprachigen westlichen Teil der Schweiz und dem deutschsprachigen östlichen Teil. Nebst dem sprachlichen Element repräsentiert er auch den subtilen, aber wahrnehmbaren Übergang zwischen diesen beiden Regionen, wo sich Bräuche, Architektur und sogar Küche unterscheiden.

Genau entlang des Röstigrabens verläuft die Region der Seen und Fribourg. Besonders die sanften Hügel um die zweisprachige Stadt Fribourg bieten einzigartige landschaftliche Gegensätze: Karge Kalksteingipfel im Süden wandeln sich in milde, mediterran anmutende Seeufer im Norden. Und dies alles umrahmt von den majestätischen Schweizer Alpen im Hintergrund. Während wir die atemberaubende Mischung der Landschaften bewundern, erinnert uns eine Funkspruch der Flugverkehrskontrolle auch an die Bedeutung des Röstigrabens aus der Perspektive eines Piloten. Denn diese unsichtbare Grenze trennt auch den Schweizer Luftraum und markiert den Übergang vom Kontrollzentrum in Genf zu jenem in Zürich.
"SWISS Two-Yankee-Alpha, contact Zurich Control on 135.680, Bon vol!" Wenige Augenblicke später erkennen wir am Akzent des Fluglotsen uns seinem freundlichen "Grüezi mitenand", dass wir soeben den Röstigraben überflogen haben und in der Deutschschweiz angekommen sind.

Wir überqueren die imaginäre Linie des "Röstigrabens" und blicken zurück über den Lac de la Gruyère, mit dem Mont Blanc rechts und den Walliser Alpen links am Horizont.
Wir überqueren die imaginäre Linie des "Röstigrabens" und blicken zurück über den Lac de la Gruyère, mit dem Mont Blanc rechts und den Walliser Alpen links am Horizont.

Wir erreichen die Halbzeit unseres 30-minütigen Fluges und überfliegen Bern, die Hauptstadt der Schweiz. Unter uns ist seine Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, gut zu sehen. Die charmanten Kopfsteinpflasterstrassen schlängeln sich durch die gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäude, und man kann sogar die markanten Wahrzeichen wie den Zytglogge-Uhrturm und das Bundeshaus erkennen. Zur rechten Seite erstrecken sich die majestätischen Berner Alpen mit ihren beeindruckenden Gipfeln, unberührten Gletschern und malerischen Tälern, die seit jeher die Sehnsüchte der Reisenden geweckt haben. Die unverwechselbaren Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau, die über 4.000 Meter hoch sind, prägen die Landschaft und bilden das, was wir liebevoll die Schweizer Skyline nennen. Abenteuerlustige können hier im Winter Skifahren, Snowboarden und Wandern, während der Sommer zu Mountainbiken, Paragliding und alpinem Wandern einlädt. Die eindrucksvolle Fahrt mit der Bahn durch den Eiger zum Jungfraujoch ist sicherlich eines der Highlights der Schweiz. Auf fast 4.000 Metern bietet die Endstation dieser einzigartigen Zugfahrt unvergleichliche Ausblicke auf die hochalpine Landschaft des Berner Oberlandes. Auf dem Weg dorthin führt die Reise durch malerische Regionen um den Thuner- und Brienzersee, wobei Interlaken als idealer Ausgangspunkt für entspannte Bootsfahrten und Wassersportaktivitäten dient. Mit seiner Mischung aus landschaftlicher Pracht, kulturellem Reichtum und aufregenden Aktivitäten verspricht die Region Bern und die Berner Alpen jedem Reisenden ein unvergessliches Schweizer Abenteuer.

Soeben überfliegen wir Bern und geniessen den Blick über den Thunersee, die majestätischen Berner Alpen und ihre beeindruckende Nordwand des Eigers (zu erkennen direkt über dem See).
Soeben überfliegen wir Bern und geniessen den Blick über den Thunersee, die majestätischen Berner Alpen und ihre beeindruckende Nordwand des Eigers (zu erkennen direkt über dem See).
Kannst du das Observatorium auf dem Jungfraujoch entdecken? Folge einfach den Linien des Aletschgletschers, um es zu finden. Übrigens: Eine Eisenbahn führt zur höchsten Bahnstation Europas und bietet atemberaubende Aussichten auf die Schweizer Alpen.
Kannst du das Observatorium auf dem Jungfraujoch entdecken? Folge einfach den Linien des Aletschgletschers, um es zu finden. Übrigens: Eine Eisenbahn führt zur höchsten Bahnstation Europas und bietet atemberaubende Aussichten auf die Schweizer Alpen.
Im Vordergrund kann man wunderbar sanften Hügel des Emmentals erkennen. Dahinter ziehen die Voralpen und Alpen der Zentralschweiz ihre unverkennbare Linie durch die Landschaft.
Im Vordergrund kann man wunderbar sanften Hügel des Emmentals erkennen. Dahinter ziehen die Voralpen und Alpen der Zentralschweiz ihre unverkennbare Linie durch die Landschaft.

Über den sanft geschwungenen Hügeln des Emmentals leiten wir unseren Sinkflug ein und bereiten uns auf die Landung am Flughafen Zürich vor. Zu unserer Rechten erstreckt sich der unverkennbare Vierwaldstättersee, umgeben von bekannten Ausflugsbergen Pilatus, Rigi und Titlis. Er ist wohl das facettenreichste Gewässer des Landes und eine Fahrt mit einem der fünf historischen Schaufelraddampfer durch die fjordähnliche Landschaft zählt zu den Höhepunkten der Region. Von den Gipfeln der Ausflugsberge Pilatus und Rigi kann man wunderbare Ausblicke auf die Stadt Luzern und den malerischen See geniessen. Die Stadt zählt zu meinen Lieblingsorten in der Schweiz, nicht zuletzt da es auf kleinstem Raum die vielfältigen Facetten des Landes vereint. Ein Spaziergang über die ikonische Kapellbrücke und durch die malerische Altstadt vermittelt wunderbar den traditionellen Charme des Landes, während im Hintergrund die postkartenreife Kulisse der majestätischen Alpen den Anblick abrunden. Wer etwas höher hinaus will, dem kann ich die unvergessliche Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn zum Gipfel des Pilatus nur empfehlen. Dort oben eröffnet sich eine unvergleichliche Rundumsicht auf die Zentralschweiz, die Alpen und das Mittelland.

Der verschneite Gipfel des Pilatus überragt den Vierwaldstättersee und die malerische Stadt Luzern. In der Ferne ist bereits der Flughafen Zürich sichtbar.
Der verschneite Gipfel des Pilatus überragt den Vierwaldstättersee und die malerische Stadt Luzern. In der Ferne ist bereits der Flughafen Zürich sichtbar.
Während wir in den Endanflug auf die Piste 34 eindrehen, blicken wir zurück zum Vierwaldstättersee. Gut zu erkennen ist dabei sowohl die Rigi, wie auch der Pilatus und die Berner Alpen im Hintergrund.
Während wir in den Endanflug auf die Piste 34 eindrehen, blicken wir zurück zum Vierwaldstättersee. Gut zu erkennen ist dabei sowohl die Rigi, wie auch der Pilatus und die Berner Alpen im Hintergrund.

 "SWISS Two-Yankee-Alpha, turn left heading 010, cleared ILS approach runway 34," die neuste Anweisung aus der Anflugskontrolle lenkt uns auf den Endanflug der Landebahn 34. Während wir die Landeklappen ausfahren gleiten wir über die sanften Hügel des Zürcher Oberlands. Während sich die beiden Piloten komplett auf die bevorstehende Landung am Flughafen Zürich fokussieren, schwelge ich in den Erinnerungen an die kurze, jedoch sehr eindrucksvolle Reise über die Schweiz. Mit dem Überqueren des Röstigrabens haben wir viel mehr als nur eine geografische Grenzen überschritten; wir haben Schichten von Geschichte, Sprache und Kultur durchquert, die zusammen den Kern der Schweiz bilden. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die bemerkenswerte Fähigkeit dieses Landes, eine harmonische Balance zwischen Vielfalt und Einheit zu wahren, ein Merkmal, das seinen einzigartigen Charakter seit Jahrhunderten geprägt hat und aus dem armen Alpenstaat eine blühende Nation im Herzen Europas entstehen liess. Als Flugbesatzungen und Reisende haben wir das Privileg, diese Vielfalt aus der Vogelperspektive aus zu beobachten und damit ein neues Verständnis für das komplexe Geflecht zu gewinnen, das die Schweiz so einzigartig macht. Die mechanische Stimme des Radiohöhenmessers holt mich zurück zu den Kollegen im Cockpit um mit einer sanften Landung schliesst sich unsere Reise durch die Schweiz.

Blick nach Norden über die Stadt Zürich in Richtung Flughafen.
Blick nach Norden über die Stadt Zürich in Richtung Flughafen.

Natürlich beschränkt sich die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz nicht nur auf die französischen und deutschen Regionen. Im südlichen Kanton Tessin wird Italienisch gesprochen, und in der südöstlichen Region Graubünden wird Rätoromanisch gesprochen. Ein Beweis dafür, dass dieses kleine Alpenland ein Schmelztiegel aus Kulturen und Sprachen, von denen jede Region ihren eigenen einzigartigen Beitrag zur gemeinsamen schweizerischen Identität leistet.

About the Image

Das Märzbild in meinem aktuellen Fotokalender, mit dem Titel "Across the Röstigraben", nimmt uns mit ins Cockpit eines Airbus 320neo auf seinem Endanflug auf den Flughafen Zürich nach einem kurzen Flug von Genf. Der Betrachende des Bild nimmt dabei Mitten im Geschehen Platz und fängt die Präzision und Fertigkeiten ein, die in der Luftfahrt gefordert sind, insbesondere während der intensiven Phase des Endanfluges. Das Bild markiert den Abschluss einer faszinierenden Reise durch den Schweizer Himmel.

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 + EF zu RF Adapter + Samyang 12mm f/2.8 bei ISO 1600, f/5.6 und 1/30 sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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Behind the Image: Across the Röstigraben (E)

The captain of this Airbus A320neo will soon make a smooth landing on runway 34 at Zurich Airport after a short hop from Geneva. Despite its size, Switzerland has four official languages. During this 30-minute flight, we cross the "Röstigraben", which marks the boundary between the French and German-speaking areas of the country named after a national dish.

Welcome on board LX2819

As the Airbus A320neo gracefully descends towards Zurich Airport, completing a brief journey from Geneva, we are reminded of the captivating diversity that Switzerland unfolds beneath us. Despite its modest geographical expanse, Switzerland is a land of rich cultural tapestry, vividly reflected in its four official languages. On our 30-minute flight, we have the privilege of traversing almost the entire width of this gem, nestled at the heart of Europe and the place I proudly call home. With several flights per day, we connect the two gateways to Switzerland and offer unique perspectives as we traverse the country's entire width. Above all, we are also crossing the symbolic divide known as the "Röstigraben," marking the transition between the French and German-speaking regions, aptly named after a beloved national dish. Come along and join me in exploring Switzerland from above.

Geneva, nestled along the shores of Lake Geneva and surrounded by the majestic Alps, is a cosmopolitan city renowned for its natural beauty, diplomatic significance, and cultural vibrancy.
Geneva, nestled along the shores of Lake Geneva and surrounded by the majestic Alps, is a cosmopolitan city renowned for its natural beauty, diplomatic significance, and cultural vibrancy.
Nestled between the hills of the Jura to the left and the high peaks of the French Alps, the lights of Geneva are clearly visible as we are about to reach Swiss Airspace looking East.
Nestled between the hills of the Jura to the left and the high peaks of the French Alps, the lights of Geneva are clearly visible as we are about to reach Swiss Airspace looking East.

Departing from Geneva, nestled on the shores of Lake Geneva and surrounded by the French-speaking canton of Geneva, the view is adorned with the picturesque charm of the Lavaux vineyards and the majestic Alps to the south.

From the moment we took off, the landscape below transformed, mirroring the linguistic and cultural shifts of the Swiss terrain. The French influence is palpable, evident not only in the language spoken but also in the architectural flair and culinary delights that define the region. Thanks to the short distance, our flight profile takes us to a relatively low cruising altitude of only 5000m or 15000ft. We gaze south while climbing over Lake Geneva, admiring the 4805m high Mont Blanc. The massif of the same name is located right at the border triangle of France, Italy, and Switzerland, and its peak is the highest mountain in the Alps and Europe outside the Caucasus range. Our eyes shift slightly to the left, quickly catching sight of the Matterhorn, undoubtedly the most famous mountain and a national symbol of Switzerland. The Valais Alps surround it, which boast remarkable distinctions among the Alpine groups: they have the most extensive glaciation and are home to the highest number of four thousanders among all Alpine groups. Just behind the Matterhorn, the Monte Rosa massif comes into view, adorned with glaciers and hosting the highest mountain in the Swiss Alps. Standing at 4634 meters, the Dufourspitze is Switzerland's tallest peak, presiding over the Matter Valley that links Zermatt to the north with the canton of Valais.

As the sun sets, casting a golden glow across the horizon, Mont Blanc, Europe's highest peak, stands majestically, its snow-capped summit illuminated by the evening light.
As the sun sets, casting a golden glow across the horizon, Mont Blanc, Europe's highest peak, stands majestically, its snow-capped summit illuminated by the evening light.
We are approaching the Eastern end of Lake Geneva enjoying the layers created by the early summers morning haze. Can you spot the Matterhorn?
We are approaching the Eastern end of Lake Geneva enjoying the layers created by the early summers morning haze. Can you spot the Matterhorn?
Here it is in full glory on a picture-perfect winters day. To the left you can see the Monte Rosa massif with the highest peak in Switzerland.
Here it is in full glory on a picture-perfect winters day. To the left you can see the Monte Rosa massif with the highest peak in Switzerland.

Au revoir Genève, Grüezi Zürich

After just a few minutes of flight, we reach the eastern end of Lake Geneva and are about to cross over the invisible boundary of the Röstigraben. The scenery gradually transforms as verdant valleys and charming Swiss towns replace the vineyards, marking our arrival into the heartland of German-speaking Switzerland. Here, the architecture takes on a traditional Alpine character, with chalet-style homes dotting the landscape and precision-engineered infrastructure weaving through the valleys. The term "Röstigraben" refers to a cultural and linguistic divide in Switzerland, particularly between the French-speaking and German-speaking regions. It traverses Switzerland from north to south, weaving an invisible line through various cantons from the French border in the north to the Italian border in the south. Literally translating to "Rösti ditch," Rösti is a traditional Swiss-German potato dish. The term humorously symbolizes the division between the French-speaking western part of Switzerland and the German-speaking eastern part. While mainly marking the linguistic border between the French and German-speaking areas, it also represents the subtle but perceptible transition between these two regions, where the customs, architecture, and even cuisine may subtly shift as one moves from one side to the other. Among these regions lies the rolling hills of Fribourg, presenting a unique juxtaposition: cold limestone summits to the south and mild, Mediterranean-like lakesides to the north. As we marvel at the stunning blend of landscapes framed by the majestic Swiss Alps in the distance, an instruction from air traffic control reminds us of the significance of the Röstigraben, even from an aviator's perspective. This invisible boundary delineates the separation between the Geneva and Zurich control centers of Skyguide, the air traffic control company overseeing Swiss airspace. "SWISS Two-Yankee-Alpha, contact Zurich Control on 135.680, Bon vol!" Moments later, the welcoming "Grüezi" from Zurich Control marks our entry into Zurich airspace, signaling to the pilots in the cockpit that we have crossed the Röstigraben.

We are crossing the imaginary line of the "Röstigraben" and looking back over the Lake of Gruyère, with Mont Blanc to the right and the Valais Alps to the left.
We are crossing the imaginary line of the "Röstigraben" and looking back over the Lake of Gruyère, with Mont Blanc to the right and the Valais Alps to the left.

Halfway into our 30-minute flight, we soar over Bern, Switzerland's capital. The UNESCO-listed Old Town, with its well-preserved medieval architecture and charming cobblestone streets, is visible, and we can even spot iconic landmarks like the Zytglogge Clock Tower and the Federal Palace. To our right, the majestic Bernese Alps unfold, boasting stunning peaks, pristine glaciers, and picturesque valleys that have long captured the hearts of travelers. Rising over 4,000 meters, iconic mountains such as the Eiger, Mönch, and Jungfrau offer breathtaking vistas and shape what we affectionately call the Swiss Skyline. Adventure enthusiasts can partake in skiing, snowboarding, and hiking in winter, while summer invites mountain biking, paragliding, and alpine trekking. Don't miss the opportunity to embark on a scenic train journey aboard the Jungfrau Railway for unparalleled views of the alpine landscape. Additionally, the region is dotted with picturesque lakes like Thun and Brienz, ideal for leisurely boat cruises and water sports. With its fusion of natural splendor, cultural richness, and thrilling activities, the Bern and Bernese Alps region promises an unforgettable Swiss adventure for every traveler.

We are overhead Bern, enjoying the view towards Lake Thun, the majestic Bernese Alps, and its intimidating Eiger Northface just above the lake.
We are overhead Bern, enjoying the view towards Lake Thun, the majestic Bernese Alps, and its intimidating Eiger Northface just above the lake.
Can you spot the Observatory on Jungfraujoch? Follow the lines of the Aletsch glacier to find it. A mind-boggling railway ascends to the highest railway station in Europe, offering breathtaking views of the Swiss Alps.
Can you spot the Observatory on Jungfraujoch? Follow the lines of the Aletsch glacier to find it. A mind-boggling railway ascends to the highest railway station in Europe, offering breathtaking views of the Swiss Alps.
The rolling hills of the Emmental and the Alps of Central Switzerland in the back.
The rolling hills of the Emmental and the Alps of Central Switzerland in the back.

As we glide over the rolling hills of the Emmental, our descent marks the beginning of our approach to Zurich Airport. North of the Alps, Central Switzerland unfolds, showcasing the captivating beauty of Lake Lucerne. Mount Pilatus and Rigi stand proudly at the center of it, casting shadows over the tranquil waters below. Lucerne, to me, epitomizes the essence of Swiss charm, with its picturesque Old Town and iconic Chapel Bridge offering postcard-perfect views against the backdrop of the towering Alps. For an unforgettable experience, ascend the steepest cogway to the summit of Mount Pilatus, where panoramic vistas await, revealing the true splendor of Central Switzerland.

Mount Pilatus majestically overlooking Lake Lucerne and the picturesque town. In the distance Zurich Airport is already visible.
Mount Pilatus majestically overlooking Lake Lucerne and the picturesque town. In the distance Zurich Airport is already visible.
While intercepting the approach path for runway 34, we look back towards Lake Lucerne to see Mount Rigi and Pilatus with the Bernese Alps in the background.
While intercepting the approach path for runway 34, we look back towards Lake Lucerne to see Mount Rigi and Pilatus with the Bernese Alps in the background.

"SWISS Two-Yankee-Alpha, turn left heading 010, cleared ILS approach runway 34," the crisp voice of air traffic control directs our path towards the approach path of runway 34 as we glide gracefully over the rolling hills of Zurich's countryside. As we prepare for our imminent landing at Zurich Airport, it's impossible not to reflect on the remarkable journey we've embarked upon in just a short time. Crossing the Röstigraben, we've transcended more than mere geographical boundaries; we've traversed through layers of history, language, and culture that collectively form the essence of Switzerland. It's a testament to the country's remarkable ability to embrace diversity while fostering unity—a delicate balance that has defined its national character for centuries. As flight crews and air travelers, we are privileged to witness this diversity from our aerial vantage point, gaining a newfound appreciation for the intricate tapestry of identities that make Switzerland unique. With a smooth touchdown, our journey across Switzerland under the guidance of our skilled captain draws to a close.

Looking north across the city of Zurich towards the airport.
Looking north across the city of Zurich towards the airport.

Of course, Switzerland's linguistic and cultural diversity is not confined to French and German regions alone. Italian is spoken in the southern canton of Ticino, and Romansh is spoken in the southeastern region of Graubünden. The country is a melting pot of cultures and languages, each adding its own unique flavor to the Swiss identity.

About the Image

The March image in my current photo calendar, titled "Across the Röstigraben," takes us into the cockpit of an Airbus 320neo as it executes its final approach to Zurich Airport following a short flight from Geneva. This immersive picture vividly captures the precision and skill demanded in aviation, particularly during the intense focus required for the final approach. Moreover, it narrates a captivating tale of the awe-inspiring scenery one experiences while traversing the skies over Switzerland.

 

Captured with a Canon EOS R5 + EF to RF Adapter + Samyang 12mm f/2.8 at ISO 1600, f/5.6, and 1/30 sec.


About "Behind the Image"

In my photo calendar "Up in the Sky" I get to share my favorite aviation pictures with you. This blog series will complement the product and will tell the story about the moment the picture was taken. It will also share comprehensive information about what happend on the flight deck and how the picture was created.

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Behind the Image: Snowed-in (E)

A passing winter storm has blanketed Zurich Airport in heavy snow, resulting in a temporary closure. Following the diligent work of the snow removal team, it is now time to resume flights. Before this Airbus A220 can take to the skies again, the residual snow on its wings and fuselage must be removed. It is patiently waiting for its turn at the de-icing pad, a bit like a beauty makeover.

Why is De-Icing necessary? Well, Flight Safety First!

Mrs. Holle was extremely diligent! Tirelessly, she shook out her snow pillows, and the thick snowflakes fell from the sky. They enveloped Switzerland in a fairytale winter dress, albeit not without causing a bit of chaos in public transport. Especially at Zurich Airport, the snow removal teams could hardly keep up, trying to clear the runways and taxiways. Thanks to their relentless efforts, normalcy gradually returned the next day. Under sunny skies and frosty temperatures, the airport offered spectators an impressive spectacle: the snow-covered planes, treated by de-icing vehicles, sparkled in the sunlight. Like this Airbus A220, patiently waiting to be freed from its thick snow cover before takeoff. Have you ever watched a plane being de-iced, and do you know why this process is necessary?

 

For several years, the aviation industry has adhered to the so-called "clean aircraft concept." This safety initiative ensures that before takeoff, frozen deposits are removed not only from the fuselage but especially from the critical flight surfaces. These include the upper side of the wings, as well as the rudder and elevators.

 

In order to see anything at all, the mechanic removes the snow from the cockpit windows.
In order to see anything at all, the mechanic removes the snow from the cockpit windows.

The necessity of de-icing becomes apparent when considering that ice, frost, or snow on the aircraft not only reduce lift but also simultaneously increases drag and the overall weight. Neglecting to de-ice the aircraft could, in extreme cases, lead to a critical flight condition.

Once all passengers are on board, and the doors and cargo doors are closed, de-icing can commence. Depending on local regulations, this may occur either directly at the gate or at a designated de-icing pad. Pilots use checklists to configure and then the procedure can begin. Typically, a vehicle approaches each side of the aircraft, and the ground crew promptly begins spraying the aircraft.

At Zurich Airport, there are two de-icing areas, known as "De-Icing Pads." These are located close to the runways, facilitating a prompt departure after de-icing and better containment of the de-icing fluid.
At Zurich Airport, there are two de-icing areas, known as "De-Icing Pads." These are located close to the runways, facilitating a prompt departure after de-icing and better containment of the de-icing fluid.

Behind the general term "De-Icing," there are, in fact, two subcategories. While they may appear similar at first glance, they differ with a small but significant distinction. Depending on weather conditions, we determine whether the aircraft needs only de-icing or requires an additional protective layer. This second step, known as "Anti-Icing," becomes necessary only in the presence of precipitation and prevents the reformation of ice on the critical flight surfaces. To facilitate identification, they are also distinguished by color: Regardless of the type of de-icing fluid, the de-icing step is always marked in orange, while the anti-icing step is colored green.

At the de-icing station, two vehicles are already waiting for us. We completed the "Before De-Icing" checklist and communicated with the ground crew via radio. Soon the de-icing will commence.
At the de-icing station, two vehicles are already waiting for us. We completed the "Before De-Icing" checklist and communicated with the ground crew via radio. Soon the de-icing will commence.

Back to our flight

After a short wait, we taxied to the assigned de-icing pad, completed the checklist, and coordinated the procedure with the ground crew via radio. The method chosen primarily depends on the weather conditions. In our case, since it's still snowing, both steps are required. In the first step, the thick layer of snow is removed, and then, in the second step, a protective layer is applied. In both steps, a mixture of water, glycol, and other additives is used. This mixture is non-toxic and biodegradable. The ground crew calculates the optimal ratio that provides the necessary protection while being cost-effective. Based on this ratio and the current weather conditions, we can calculate the "Hold Over Time" in the cockpit. This timeframe determines how long the protective layer will last, shielding the critical flight surfaces from the reformation of ice and snow. It can range from a few minutes in very cold temperatures or heavy precipitation to around an hour in milder conditions.

From the cockpit, we watch the ground crew treating our aircraft with utmost care ensuring that we can take off safely shortly. This duration, by the way, varies between 10 and 30 minutes, depending on the size of the aircraft, the de-icing method applied, and the current weather conditions. Typically, during the de-icing of an aircraft at Zurich Airport, at least five members of the ground crew are involved. On one side, the two operators of the de-icing vehicles who skillfully maneuver their equipment high above on the articulated arm to delicately spray the aircraft. They are supported by various positions, including the De-Icing Coordinator, overseeing the entire process, the Pad Coordinator (bottom right), communicating with the pilots via radio, and a De-Icing Pad Coordinator (bottom left), monitoring the actual de-icing process.

Photo Tip

Especially impressive shots are captured during twilight and at night when using a slightly longer exposure time, creating a distinctive visual effect.

“SWISS Three-Alpha-Zulu, from De-Icing”

Over the radio, we receive all the details about the just completed procedure. After a final checklist, we taxi to the runway, ready to take off into the morning sky above ZRH in a matter of moments.

 

Flightlapse

Enjoy this collection of timelapse sequences of the winter ops at ZRH.

De-iced and ready, we take off into the morning sky above the winter wonderland.
De-iced and ready, we take off into the morning sky above the winter wonderland.
Dreamy views over the main Alpine ridge during the early morning hours. Those who look closely might even recognize the Matterhorn.
Dreamy views over the main Alpine ridge during the early morning hours. Those who look closely might even recognize the Matterhorn.

About the Image

The February image in my current photo calendar "Snowed-in" features a freshly snow-covered Airbus A220 at Zurich Airport, taken the day after intense snowfall. This image explicitly illustrates how aviation is significantly influenced by weather conditions, and especially winter weather necessitates numerous special procedures to ensure safe flight operations.

 

Captured with a Canon EOS 5D Mark IV + Canon EF100-400 IS II USM @234mm at ISO 640, f/5.0, and 1/200 sec.


About "Behind the Image"

In my photo calendar "Up in the Sky" I get to share my favorite aviation pictures with you. This blog series will complement the product and will tell the story about the moment the picture was taken. It will also share comprehensive information about what happend on the flight deck and how the picture was created.

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Behind the Image: Snowed-in (D)

Frau Holle war äusserst fleissig! Unermüdlich schüttelte sie ihre Schneekissen aus und die dicke Schneeflocken fielen vom Himmel. Sie hüllten die Schweiz in ein märchenhaftes Winterkleid allerdings nicht ohne dabei im öffentlichen Verkehr für das ein oder andere Chaos zu sorgen. Insbesondere am Flughafen Zürich kamen die Schneeräumtruppen zwischenzeitlich kaum noch hinterher, die Pisten und Rollwege freizuräumen. Dank ihrer unermüdlichen Arbeit kehrte am Tag danach allmählich wieder Normalität ein. Bei Sonnenschein und frostigen Temperaturen bot sich den Zuschauern am Flughafen ein beeindruckendes Schauspiel: Die schneebedeckten Flugzeuge, die von den Enteisungsfahrzeugen bearbeitet wurden, glitzerten im Sonnenlicht. So auch dieser Airbus A220, der vor dem Abflug geduldig darauf wartet von seiner dicken Schneedecke befreit zu werden. Hast du schon einmal ein Flugzeug beim Enteisen beobachtet und weisst du, warum dieser Vorgang überhaupt notwendig ist?

Warum wird überhaupt enteist? Flight Safety First!

Seit einigen Jahren gilt in der Luftfahrt das sogenannte "clean aircraft concept". Dieses Sicherheitsbestreben stellt sicher, dass vor dem Abflug gefrorenen Ablagerungen vom Rumpf, inssondere aber von den kritischen Flugflächen entfernt werden. Hierzu zählen die Flügeloberseite, sowie das Seiten- und Höhenruder.

Vor jedem Abflug begutachtet einer der beiden Piloten das Flugzeug. Nebst generellen Beschädigungen inspiziert er/sie dabei besonders die Triebwerke und Reifen. Weiter wird geprüft, ob sich auf den kritsichen Flugflächen gefrorene Ablagungen befinden.
Vor jedem Abflug begutachtet einer der beiden Piloten das Flugzeug. Nebst generellen Beschädigungen inspiziert er/sie dabei besonders die Triebwerke und Reifen. Weiter wird geprüft, ob sich auf den kritsichen Flugflächen gefrorene Ablagungen befinden.
Um "überhaupt" etwas zu sehen entfernt der Mechaniker den Schnee von den Cockpitscheiben.
Um "überhaupt" etwas zu sehen entfernt der Mechaniker den Schnee von den Cockpitscheiben.

Die Notwendigkeit einer Enteisung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Eis, Frost oder Schnee auf dem Flugzeug nicht nur den Auftrieb reduzieren, sondern gleichzeitig den Luftwiderstand erhöhen und das Gesamtgewicht beeinflussen. Wird es versäumt das Flugzeug zu enteisen, könnte dies im äussersten Fall zu einen kritischen Flugzustand führen.

Sobald alle Passagiere an Bord, die Türen und Frachttore geschlossen sind, kann die Enteisung beginnen. Je nach den lokalen Vorgaben erfolgt diese entweder direkt am Standplatz oder an einer dezidierten Enteisungsstation. Nachdem das Flugzeug mittels einer Checkliste konfiguriert ist, nähern sich üblicherweise pro Flugzeugseite je ein Fahrzeug und die Bodenmannschaft beginnt sogleich mit dem Enteisungsprozedere.

Am Flughafen Zürich gibt es zwei Enteisungsstationen, sogenannte "De-Icing Pads". Diese befinden sich nahe der Startbahnen und ermöglichen einen zeitnahen Abflug nach erfolgter Enteisung und eine bessere Sammlung der Enteisungsflüssigkeit.
Am Flughafen Zürich gibt es zwei Enteisungsstationen, sogenannte "De-Icing Pads". Diese befinden sich nahe der Startbahnen und ermöglichen einen zeitnahen Abflug nach erfolgter Enteisung und eine bessere Sammlung der Enteisungsflüssigkeit.

Hinter dem generellen Begriff “De-Icing” verstecken sich übrigens zwei Unterbegriffe und leicht unterschiedliche Vorgehensweisen. Diese mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, unterscheiden sich jedoch mit einem kleinen, aber signifikanten Unterschied. Denn je nach Wetterbedingungen unterscheiden wir, ob das Flugzeug “nur” enteist werden muss oder eine zusätzliche Schmutzschicht benötigt wird. Dieser zweite Schritt, das sogenannten “Anti-Icing”, wird nur bei vorherrschendem Niederschlag notwendig und verhindert ein erneutes Ansetzen auf den kritischen Flugflächen. Zur einfacheren Identifikation unterscheiden sie sich übrigens auch farblich: Unabhängig vom Typ der Enteisungsflüssigkeit ist der De-Icing Schritt jeweils orange und der Anti-Icing Schritt grün eingefärbt.

An der Enteisungsstation warten bereits zwei Fahrzeuge auf uns. Wir führen die "Before De-Icing" Checkliste durch und sprechen uns per Funk mit der Bodenmannschaft ab. In kürze kann das Enteisen beginnen.
An der Enteisungsstation warten bereits zwei Fahrzeuge auf uns. Wir führen die "Before De-Icing" Checkliste durch und sprechen uns per Funk mit der Bodenmannschaft ab. In kürze kann das Enteisen beginnen.

Zurück zu unserem Flug

Nach einer kurzen Wartezeit sind wir auf die zugewiesene Enteisungsstation gerollt, haben die Checkliste abgeschlossen und uns über Funk mit der Bodenmannschaft auf das gewünschte Vorgehen geeinigt. Die Wahl der Methode hängt dabei primär von den Wetterbedingungen ab. Da in unserem Fall noch Schnee fällt, werden beide Schritte benötigen. Im ersten Schritt wird nun die dicke Schneeschicht entfernt und danach im zweiten Schritt die Schutzschicht aufgetragen. In beiden Schritten wird dabei eine Mischung aus Wasser, Glykol und anderen Zusätzen verwendet. Sie ist ungiftig und biologisch abbaubar. Die Bodenmannschaft berechnet das optimale Mischverhältnis für den nötigen Schutz bietet und gleichzeitig kostengünstig ist. Basierend auf dem Mischverhältnis und den aktuellen Wetterbedingungen können wir im Cockpit dann die sogenannte "Hold Over Time" berechnen. Diese Zeitspanne definiert, wie lange die Schutzschicht hält und die kritischen Flugflächen vor einem erneuten Ansetzen von Eis und Schnee schützt. Sie kann in sehr kalten Temperaturen oder bei starkem Niederschlag wenige Minuten, in milderen Bedingungen aber auch rund eine Stunde betragen.

Vom Cockpit aus beobachten wir, wie die Bodenmannschaft mit äusserster Sorgfalt dafür sorgt, dass wir in Kürze sicher abheben können. Diese Dauer variiert übrigens zwischen 10 und 30 Minuten, abhängig von der Grösse des Flugzeugs, der angewandten Enteisungsmethode und den aktuellen Wetterbedingungen. Üblicherweise sind bei der Enteisung eines Flugzeugs am Flughafen Zürich mindestens fünf Mitglieder der Bodenmannschaft beteiligt. Auf der einen Seite agieren die beiden Bediener der Enteisungsfahrzeuge, die hoch oben auf dem Auslegearm ihre Fahrzeuge geschickt manövrieren und behutsam das Flugzeug enteisen. Diese werden von verschiedenen Stellen unterstützt, darunter der Enteisungs-Koordinator, der den gesamten Prozess leitet, der Pad-Koordinator (unten rechts), der per Funk mit den Piloten kommuniziert, und ein De-Icing-Pad-Koordinator (unten links), der den eigentlichen Enteisungsprozess überwacht.

Fototipp

Besonders eindrückliche Aufnahmen entstehen in der Dämmerung und nachts, wenn mit einer etwas längeren Belichtungszeit aufgenommen werden kann und so ein besonderer visueller Effekt entsteht.

“SWISS Three-Alpha-Zulu, from De-Icing”

Über Funk erhalten wir alle Angaben zum soeben abgeschlossenen Prozedere und nach einer erneuten Checkliste rollen wir zur Startbahn um wenige Augenblicke später in den Morgenhimmel über ZRH abzuheben.

Flightlapse

Geniessen Sie diese Zusammenstellung von Zeitraffersequenzen der Winter OPS am Flughafen Zürich.

 

Frisch enteist starten wir in den Morgenhimmel über dem Winterwunderland.
Frisch enteist starten wir in den Morgenhimmel über dem Winterwunderland.
Traumhafte Ausblicke über den Alpenhauptkamm während der frühen Morgenstunden. Wer genau hinschaut, kann sogar das Matterhorn erkennen.
Traumhafte Ausblicke über den Alpenhauptkamm während der frühen Morgenstunden. Wer genau hinschaut, kann sogar das Matterhorn erkennen.

Über das Bild

Das Februar-Bild in meinem aktuellen Fotokalenders "Snowed-in" zeigt einen frisch verschneiten Airbus A220 am Flughafen Zürich am Tag nach intensivem Schneefall. Dieses Bild zeigt ausdrücklich, wie stark die Fliegerei dem Wetter ausgeliefert ist und besonders das Winterwetter zahlreiche Spezialverfahren für einen sicheren Flugbetrieb erfordern.

 

 

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV + Canon EF100-400 IS II USM @234mm bei ISO640, f/5.0, 1/200 Sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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Behind the Image: Landing in Winter Wonderland (D)

In wenigen Augenblicken werden wir auf der Piste 34 in Kittilä, dem Tor zu finnisch Lappland aufsetzen. Die 2500 Meter lange Landebahn liegt jenseits des Polarkreises und ist oft mit Schnee bedeckt. Solche winterlichen Bedingungen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar und erfordern spezielle Verfahren.

(Not) Just another day at the office

Rund fünf Stunden zuvor beginnt ein langer Arbeitstag der uns direkt ins Winter Wunderland und zur nördlichsten Destination im Streckennetz führen wird. Ziele wie diese sind eine willkommene Abwechslung in unserem Dienstplan, bieten sie doch nicht nur eine «exotisch-klingende» Destination, sondern auch eine Reihe an spannenden Herausforderungen.

Die Herausforderungen der Arktis

Doch was macht "Winterwetter" so anspruchsvoll? Am offensichtlichsten sind sicherlich die mit Schnee und Eis bedeckten Landebahnen, welche unseren Bremsweg signifikant verlängern. Zudem setzt sich der Niederschlag auf dem Flugzeug nieder. Dies ist besonders kritisch auf der Flügeloberseite, würde Frost oder gar eine Schicht Schnee für eine massiv verschlechterte Aerodynamik sorgen. Weiter beeinflusst die extreme Kälte den Höhenmesser und je näher wir dem magnetischen Nordpol kommen, desto ungenauer wird unser Kompass.

 

 

Kontaminierte Landebahn
Der Betrieb von einer kontaminierten Landebahn birgt ähnliche Herausforderungen wie im Strassenverkehr. Raue Winterbedingungen oder starke Niederschläge können die Landebahn kontaminieren und uns Piloten vor einige Herausforderungen stellen. Unter anderem ist bei kontaminierter Piste oder Rollwegen mit einem erhöhten Bremsweg aufgrund des reduzierten Reibungskoeffizienten bei gleichzeitig verschlechterter Steuerbarkeit zu rechnen. Im Fliegerjargon bedeutet «kontaminiert» übrigens, dass die Piste weder trocken noch nass, sondern zum Beispiel mit Schnee, Matsch, Eis oder stehendem Wasser bedeckt ist. Obschon herausfordernd sind das Starten und Landen von einer bedeckten Landebahn sicher, mitunter da es strengen Vorschriften unterliegt. Daher werden jede Start- und Landung im Voraus unter Berücksichtigung der herrschenden Bedingungen berechnet. Dies ermöglicht es uns, genau zu wissen, wie lang unser Landeweg sein wird oder welche Schubwerte wir benötigen, um sicher abzuheben. Es deckt auch das unwahrscheinliche Ereignis eines abgebrochenen Starts ab und stellt sicher, dass ausreichend Landebahn übrig bleibt, um anzuhalten. Obwohl die Bodenmannschaft stets unermüdlich arbeitet um die Landebahnen möglichst gut zu präparieren, ist eine vollständige Räumung nicht immer möglich und kann zu einer vorübergehenden Schliessungen der Piste oder gar des Flughafens führen.

Enteisung

Das Fliegen im Winter erfordert oft das Enteisen des Flugzeugs vor dem Start. Eis, Frost oder verbliebener Schnee auf dem Flugzeug verringern den Auftrieb, erhöhen das Gewicht sowie den Luftwiderstand. Daher ist es zwingend notwendig, solche Verunreinigungen vor dem Start zu entfernen. Sobald alle Passagiere an Bord sind, erfolgt normalerweise das Enteisungsverfahren, entweder direkt am Standplatz oder an einem speziellen Enteisungsplatz, je nach lokalen Vorgaben. Ein kleiner Ausblick auf das Bild des nächsten Monats zeigt bereits, dass sich dieses intensiv mit dem Thema Enteisung befassen wird. Weitere Details zu diesem Thema folgen in der baldigen Februarausgabe. 

Instrumentenfehler
Das Fliegen in nördlichen Gefilden beeinflusst auch unsere Instrumente. So beeinträchtigen kalte Temperaturen etwa den Höhenmesser und die Magnetfelder beeinflussen den Kompass.

 

Kalte Temperaturen
Der Höhenmesser ist im Wesentlichen ein Messgerät für den Umgebungsdruck. Er misst die umgebende "Luftsäule", die von Natur aus aufgrund variierender Temperaturen schwankt. Da die Temperatur einen direkten Einfluss auf die Luftdichte hat, beeinflusst sie auch die gemessene Luftsäule. Daher entspricht die angezeigte Höhe nur unter ISA-Standardbedingungen der tatsächlichen Höhe (wahre Höhe).

 

 

"Von warm zu kalt, wirst du nicht alt!"

Da sich Luftmoleküle je nach Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen, kann der Höhenmesser bei wärmeren Temperaturen eine niedrigere Höhe anzeigen als tatsächlich vorhanden und umgekehrt bei kälteren Temperaturen irrtümlicherweise eine höhere Höhe. Letzteres ist besonders kritisch, da es dem Piloten suggeriert, höher zu fliegen, obwohl er tatsächlich tiefer ist. Diese Diskrepanz ist besonders entscheidend, wenn man in Wolken fliegt und sich ausschliesslich auf Instrumente verlassen muss.

 

 

Kompass Fehler

In hohen Breitengraden unterliegt das magnetische Feld starken Veränderungen, die den Kompass beeinflussen. Da die Navigation in modernen Verkehrsflugzeugen hauptsächlich auf GPS basiert, hat der Instrumentenfehler des Kompasses nur eine sekundäre Bedeutung. Doch warum gibt es eigentlich einen Kompassfehler? Die Erklärung liegt im Unterschied zwischen dem magnetischen Nordpol der Erde, der sich irgendwo im Norden von Kanada befindet, und dem geografischen Nordpol. Diese Differenz führt dazu, dass der Kompass einen Fehler namens Variation anzeigt. Dabei handelt es sich um den Winkelunterschied zwischen der vom Kompass gemessenen Richtung (zum magnetischen Nordpol) und der wahren Richtung (geografischer Nordpol). Je weiter man nach Norden kommt, desto grösser ist die Distanz zwischen den «beiden» Nordpols und somit dieser Fehler. Übrigens: Piloten finden die Informationen zur Variation für jede Position auf ihrer Luftfahrtkarte. Sie ist nach Ost oder West benannt, um die Seite des wahren Nordens anzuzeigen, auf der der Kompass-Norden liegt. Zum Beispiel beträgt die Variation auf der Thule Air Base (BGTL) an der nordwestlichen Küste Grönlands fast 42° W. Heutzutage muss die Variation etwa bei der Interpretation von Windangaben berücksichtigt werden.

 

Willkommen im Winterwunderland

Zurück zum eigentlichen Flug nach KTT. Wir haben gerade den finnischen Luftraum erreicht, und die dichten Wolkenfelder unter uns lichten sich. Während wir also im angenehm warmen Cockpit sitzen, dürfen wir Ausblicke über faszinierend schöne, jedoch sehr karge Landschaft geniessen. Erinnerungen an meine eigenen Ferien hier im hohen Norden kommen hoch, bei denen ich die Schönheit von finnisch Lappland für mich entdecken durfte. Die beinahe unendlichen, tiefgefrorenen Weiten und die surreale Schönheit von schneebedeckten Landschaften, gepaart mit der stillen Ruhe und dem bezaubernden Tanz der Nordlichter, machen für mich den faszinierenden Reiz dieser einzigartigen Region aus.

Die erste Sinkflugfreigabe durch die Flugsicherung holt mich zurück in die Gegenwart und zu den Gedanken an den bevorstehenden, sehr anspruchsvollen Anflug auf die Piste 34. Wenige Minuten später steuert mein Erster Offizier das Flugzeug präzise auf die Landebahn und vollführt eine geschmeidige Landung. Die Bremswirkung erweist sich als gut, und so rollen wir schon nach rund 1500 Metern von der Piste ab. Wie erwartet sind die Rollwege und das Vorfeld schneebedeckt. Entsprechend langsam und mit äusserster Vorsicht steuere ich das Flugzeug zum zugewiesenen Standplatz. Kurz darauf verabschieden wir unsere Gäste mit den besten Wünschen für eine wundervolle Zeit im Winterwunderland, das sie exklusiv mit Kontiki Reisen erleben werden. Mit dem letzten ausgestiegenen Passagier richtet sich unsere Aufmerksamkeit rasch auf die Vorbereitungen für den bevorstehenden Abflug und die Heimreise in die Schweiz.

 

Über das Bild

 

Das Januar-Bild in meinem aktuellen Fotokalenders "Willkommen im Winterwunderland" fängt die faszinierende Schönheit dieser unwirklichen Region ein. Das Fliegen zum Polarkreis erfordert tiefgreifendes Wissen über die einzigartigen Herausforderungen solcher Operationen, effektive Zusammenarbeit aller Beteiligten und eine kontinuierliche Aufdatierung des Flugverlaufs.

 

 

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 + Sigma 35mm F1.4 DG HSM Art, ISO100, f/6.3, 1/320 Sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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Behind the Image: Across the Röstigraben (D)

Nach einem kurzen Flug von Genf wird der Kapitän in wenigen Augenblicken seinen Airbus A320neo sanft auf die Landebahn 34 am Flughafen Zürich aufsetzen. Trotz der überschaubaren Grösse des Landes verfügt die Schweiz über vier offizielle Sprachen. Eine Besonderheit des 30-minütigen Inlandfluges ist das Überqueren des "Röstigrabens", der imaginären Grenze zwischen dem französisch- und deutschsprachigen Teil des Landes, benannt nach einem nationalen Gericht.

 

Willkommen an Bord von LX2819

Während unser Airbus A320neo Richtung Flughafen Zürich absinkt, erinnert uns die sanfte Landschaft des Zürcher Oberlands an die faszinierende Vielfalt, die sich während des kurzen Hüpfers von Genf und somit quer durch die Schweiz unter uns entfaltet hat. Trotz ihrer bescheidenen geografischen Ausdehnung ist die Schweiz ein Land mit reicher kultureller Vielfalt, die sich nicht zuletzt in ihren vier Amtssprachen manifestiert. Auf unserem 30-minütigen Flug haben wir das Privileg, beinahe die gesamte Breite dieses Juwels im Herzen Europas und mein Zuhause zu überqueren. Mit mehreren Flügen pro Tag verbinden wir die beiden Tore zur Schweiz miteinander und bieten auf unserem einzigen Inlandflug einzigartige und vor allem abwechslungsreiche Perspektiven auf unser Zuhause. Dabei überqueren wir auch eine imaginäre Grenze, die die Schweizer sowohl mit einem Zwinkern als auch liebevoll "Röstigraben" nennen. Sie markiert den Übergang zwischen den französisch- und deutschsprachigen Regionen und ist nach einem beliebten nationalen Gericht benannt. Herzlich willkommen im Cockpit auf dem Flug von Genf nach Zürich. Begleite mich und lass uns gemeinsam die Schweiz von oben erkunden.

Genf liegt am westlichen Ende des Genfer Sees nahe den französischen Alpen und ist eine die zweit-grösste Stadt im Land bekannt für seine diplomatische Bedeutung und ihre kulturelle Vielfältigkeit.
Genf liegt am westlichen Ende des Genfer Sees nahe den französischen Alpen und ist eine die zweit-grösste Stadt im Land bekannt für seine diplomatische Bedeutung und ihre kulturelle Vielfältigkeit.
Die Lichter von Genf deutlich sichtbar als wir uns dem Schweizer Luftraum aus östlicher Richtung nähern. Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Hügeln des Jura und den hohen Gipfeln der französischen Alpen.
Die Lichter von Genf deutlich sichtbar als wir uns dem Schweizer Luftraum aus östlicher Richtung nähern. Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Hügeln des Jura und den hohen Gipfeln der französischen Alpen.

 

Gerade haben wir von der Piste 04 in LSGG abgehoben und steigen über dem Genfersee in den Abendhimmel empor. Die Weinberge des Lavaux schmiegen sich malerisch entlang des Sees in die Landschaft. Der Kanton Genf, umgeben von Frankreich, markiert das westliche Ende des Alpenstaates, und nur wenige Kilometer Richtung Süden beginnen die französischen Alpen. Von unserem Start an beginnt sich die Landschaft unter uns zu verändern und spiegelt dabei die kulturellen und sprachlichen Unterschiede der Schweizer Regionen wider. Entlang des Genfersees ist der französische Einfluss deutlich spürbar, nicht nur in der gesprochenen Sprache, sondern auch im architektonischen Flair und den kulinarischen Köstlichkeiten, die die Region prägen. Aufgrund unserer äusserst kurzen Flugzeit steigen wir auf eine vergleichsweise niedrige Reisehöhe von nur 5000 m oder 15000 ft. Während wir über dem Genfersee unseren Steigflug fortsetzen, schauen wir nach Süden und bewundern den 4805 m hohen Mont Blanc. Das gleichnamige Massiv liegt direkt am Dreiländereck von Frankreich, Italien und der Schweiz, und sein Gipfel ist der höchste Berg der Alpen und Europas ausserhalb des Kaukasusgebirges. Unser Blick schweift nach links um das Matterhorn zu erblicken. Es ist zweifellos der berühmteste Berg und ein nationales Symbol der Schweiz. Er ist Teil der Walliser Alpen, die einige Rekorde unter den Gebirgsgruppen der Alpen für sich beanspruchen, etwa die umfangreichste Vergletscherung oder die höchste Anzahl an Viertausendern im Alpenhauptkamm. Direkt hinter dem Matterhorn erscheinen die Gletscher des Monte Rosa-Massivs und der höchste Berg der Schweizer Alpen. Mit 4634 Metern thront die Dufourspitze über dem Mattertal, das Zermatt Richtung Norden mit dem Kanton Wallis verbindet.

Der goldene Schimmer der untergehende Sonne beleuchtet den mäjestätischen Mont Blanc. Europas höchster Gipfel ragt 4805m in den Himmel hoch und ist  ganz-jährig schneebedeckt.
Der goldene Schimmer der untergehende Sonne beleuchtet den mäjestätischen Mont Blanc. Europas höchster Gipfel ragt 4805m in den Himmel hoch und ist ganz-jährig schneebedeckt.
Wir nähern uns dem östlichen Ende des Genfer Sees und bestaunen die Schichten, die durch den Morgennebel des frühen Sommers entstehen. Wer genau hinschaut kann bereits das Matterhorn entdecken?
Wir nähern uns dem östlichen Ende des Genfer Sees und bestaunen die Schichten, die durch den Morgennebel des frühen Sommers entstehen. Wer genau hinschaut kann bereits das Matterhorn entdecken?
Das markante Matterhorn in seiner vollen Pracht an einem beinahe wolkenlosen Wintertag. Links davon kann man das Monte Rosa-Massiv und der höchsten Gipfel der Schweiz erkennen.
Das markante Matterhorn in seiner vollen Pracht an einem beinahe wolkenlosen Wintertag. Links davon kann man das Monte Rosa-Massiv und der höchsten Gipfel der Schweiz erkennen.

Au revoir Genève, Grüezi Zürich

Nach wenigen Flugminuten erreichen wir das östliche Ende des Genfersees, und vor uns liegt bereits die imaginäre Grenze des Röstigrabens. Die sanften Weinberge des Lavaux liegen bereits hinter uns, und die Landschaft wird zunehmend voralpiner. Hügellandschaften, die in sanfte Täler übergehen, und die Seenlandschaft des Mittellandes künden damit unsere Ankunft in der deutschsprachigen Schweiz an. Hier nimmt die Architektur der verstreuten Dörfer einen traditionell alpinen Charakter an, unverkennbar an den chaletähnlichen Holzhäusern und einer präzise angelegten Infrastruktur, die sich durchdacht durch die Täler unter uns schlängelt.

Der Begriff "Röstigraben" beschreibt übrigens die kulturellen und sprachlichen Unterschiede in der Schweiz, insbesondere zwischen den französisch- und deutschsprachigen Regionen. Er durchquert die Schweiz in nord-südlicher Richtung, und seine unsichtbare Grenze reicht von der französischen Grenze im Norden bis zur italienischen Grenze im Süden und durchquert dabei verschiedene Kantone. Solltest du noch nie in den Genuss einer "Rösti" gekommen sein, so kann ich dir das traditionelle Schweizer Kartoffelgericht bei deinem nächsten Besuch wärmstens empfehlen. Der Begriff symbolisiert hauptsächlich und auf humorvolle Weise die Unterschiede zwischen dem französischsprachigen westlichen Teil der Schweiz und dem deutschsprachigen östlichen Teil. Nebst dem sprachlichen Element repräsentiert er auch den subtilen, aber wahrnehmbaren Übergang zwischen diesen beiden Regionen, wo sich Bräuche, Architektur und sogar Küche unterscheiden.

Genau entlang des Röstigrabens verläuft die Region der Seen und Fribourg. Besonders die sanften Hügel um die zweisprachige Stadt Fribourg bieten einzigartige landschaftliche Gegensätze: Karge Kalksteingipfel im Süden wandeln sich in milde, mediterran anmutende Seeufer im Norden. Und dies alles umrahmt von den majestätischen Schweizer Alpen im Hintergrund. Während wir die atemberaubende Mischung der Landschaften bewundern, erinnert uns eine Funkspruch der Flugverkehrskontrolle auch an die Bedeutung des Röstigrabens aus der Perspektive eines Piloten. Denn diese unsichtbare Grenze trennt auch den Schweizer Luftraum und markiert den Übergang vom Kontrollzentrum in Genf zu jenem in Zürich.
"SWISS Two-Yankee-Alpha, contact Zurich Control on 135.680, Bon vol!" Wenige Augenblicke später erkennen wir am Akzent des Fluglotsen uns seinem freundlichen "Grüezi mitenand", dass wir soeben den Röstigraben überflogen haben und in der Deutschschweiz angekommen sind.

Wir überqueren die imaginäre Linie des "Röstigrabens" und blicken zurück über den Lac de la Gruyère, mit dem Mont Blanc rechts und den Walliser Alpen links am Horizont.
Wir überqueren die imaginäre Linie des "Röstigrabens" und blicken zurück über den Lac de la Gruyère, mit dem Mont Blanc rechts und den Walliser Alpen links am Horizont.

Wir erreichen die Halbzeit unseres 30-minütigen Fluges und überfliegen Bern, die Hauptstadt der Schweiz. Unter uns ist seine Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, gut zu sehen. Die charmanten Kopfsteinpflasterstrassen schlängeln sich durch die gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäude, und man kann sogar die markanten Wahrzeichen wie den Zytglogge-Uhrturm und das Bundeshaus erkennen. Zur rechten Seite erstrecken sich die majestätischen Berner Alpen mit ihren beeindruckenden Gipfeln, unberührten Gletschern und malerischen Tälern, die seit jeher die Sehnsüchte der Reisenden geweckt haben. Die unverwechselbaren Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau, die über 4.000 Meter hoch sind, prägen die Landschaft und bilden das, was wir liebevoll die Schweizer Skyline nennen. Abenteuerlustige können hier im Winter Skifahren, Snowboarden und Wandern, während der Sommer zu Mountainbiken, Paragliding und alpinem Wandern einlädt. Die eindrucksvolle Fahrt mit der Bahn durch den Eiger zum Jungfraujoch ist sicherlich eines der Highlights der Schweiz. Auf fast 4.000 Metern bietet die Endstation dieser einzigartigen Zugfahrt unvergleichliche Ausblicke auf die hochalpine Landschaft des Berner Oberlandes. Auf dem Weg dorthin führt die Reise durch malerische Regionen um den Thuner- und Brienzersee, wobei Interlaken als idealer Ausgangspunkt für entspannte Bootsfahrten und Wassersportaktivitäten dient. Mit seiner Mischung aus landschaftlicher Pracht, kulturellem Reichtum und aufregenden Aktivitäten verspricht die Region Bern und die Berner Alpen jedem Reisenden ein unvergessliches Schweizer Abenteuer.

Soeben überfliegen wir Bern und geniessen den Blick über den Thunersee, die majestätischen Berner Alpen und ihre beeindruckende Nordwand des Eigers (zu erkennen direkt über dem See).
Soeben überfliegen wir Bern und geniessen den Blick über den Thunersee, die majestätischen Berner Alpen und ihre beeindruckende Nordwand des Eigers (zu erkennen direkt über dem See).
Kannst du das Observatorium auf dem Jungfraujoch entdecken? Folge einfach den Linien des Aletschgletschers, um es zu finden. Übrigens: Eine Eisenbahn führt zur höchsten Bahnstation Europas und bietet atemberaubende Aussichten auf die Schweizer Alpen.
Kannst du das Observatorium auf dem Jungfraujoch entdecken? Folge einfach den Linien des Aletschgletschers, um es zu finden. Übrigens: Eine Eisenbahn führt zur höchsten Bahnstation Europas und bietet atemberaubende Aussichten auf die Schweizer Alpen.
Im Vordergrund kann man wunderbar sanften Hügel des Emmentals erkennen. Dahinter ziehen die Voralpen und Alpen der Zentralschweiz ihre unverkennbare Linie durch die Landschaft.
Im Vordergrund kann man wunderbar sanften Hügel des Emmentals erkennen. Dahinter ziehen die Voralpen und Alpen der Zentralschweiz ihre unverkennbare Linie durch die Landschaft.

Über den sanft geschwungenen Hügeln des Emmentals leiten wir unseren Sinkflug ein und bereiten uns auf die Landung am Flughafen Zürich vor. Zu unserer Rechten erstreckt sich der unverkennbare Vierwaldstättersee, umgeben von bekannten Ausflugsbergen Pilatus, Rigi und Titlis. Er ist wohl das facettenreichste Gewässer des Landes und eine Fahrt mit einem der fünf historischen Schaufelraddampfer durch die fjordähnliche Landschaft zählt zu den Höhepunkten der Region. Von den Gipfeln der Ausflugsberge Pilatus und Rigi kann man wunderbare Ausblicke auf die Stadt Luzern und den malerischen See geniessen. Die Stadt zählt zu meinen Lieblingsorten in der Schweiz, nicht zuletzt da es auf kleinstem Raum die vielfältigen Facetten des Landes vereint. Ein Spaziergang über die ikonische Kapellbrücke und durch die malerische Altstadt vermittelt wunderbar den traditionellen Charme des Landes, während im Hintergrund die postkartenreife Kulisse der majestätischen Alpen den Anblick abrunden. Wer etwas höher hinaus will, dem kann ich die unvergessliche Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn zum Gipfel des Pilatus nur empfehlen. Dort oben eröffnet sich eine unvergleichliche Rundumsicht auf die Zentralschweiz, die Alpen und das Mittelland.

Der verschneite Gipfel des Pilatus überragt den Vierwaldstättersee und die malerische Stadt Luzern. In der Ferne ist bereits der Flughafen Zürich sichtbar.
Der verschneite Gipfel des Pilatus überragt den Vierwaldstättersee und die malerische Stadt Luzern. In der Ferne ist bereits der Flughafen Zürich sichtbar.
Während wir in den Endanflug auf die Piste 34 eindrehen, blicken wir zurück zum Vierwaldstättersee. Gut zu erkennen ist dabei sowohl die Rigi, wie auch der Pilatus und die Berner Alpen im Hintergrund.
Während wir in den Endanflug auf die Piste 34 eindrehen, blicken wir zurück zum Vierwaldstättersee. Gut zu erkennen ist dabei sowohl die Rigi, wie auch der Pilatus und die Berner Alpen im Hintergrund.

 "SWISS Two-Yankee-Alpha, turn left heading 010, cleared ILS approach runway 34," die neuste Anweisung aus der Anflugskontrolle lenkt uns auf den Endanflug der Landebahn 34. Während wir die Landeklappen ausfahren gleiten wir über die sanften Hügel des Zürcher Oberlands. Während sich die beiden Piloten komplett auf die bevorstehende Landung am Flughafen Zürich fokussieren, schwelge ich in den Erinnerungen an die kurze, jedoch sehr eindrucksvolle Reise über die Schweiz. Mit dem Überqueren des Röstigrabens haben wir viel mehr als nur eine geografische Grenzen überschritten; wir haben Schichten von Geschichte, Sprache und Kultur durchquert, die zusammen den Kern der Schweiz bilden. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die bemerkenswerte Fähigkeit dieses Landes, eine harmonische Balance zwischen Vielfalt und Einheit zu wahren, ein Merkmal, das seinen einzigartigen Charakter seit Jahrhunderten geprägt hat und aus dem armen Alpenstaat eine blühende Nation im Herzen Europas entstehen liess. Als Flugbesatzungen und Reisende haben wir das Privileg, diese Vielfalt aus der Vogelperspektive aus zu beobachten und damit ein neues Verständnis für das komplexe Geflecht zu gewinnen, das die Schweiz so einzigartig macht. Die mechanische Stimme des Radiohöhenmessers holt mich zurück zu den Kollegen im Cockpit um mit einer sanften Landung schliesst sich unsere Reise durch die Schweiz.

Blick nach Norden über die Stadt Zürich in Richtung Flughafen.
Blick nach Norden über die Stadt Zürich in Richtung Flughafen.

Natürlich beschränkt sich die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz nicht nur auf die französischen und deutschen Regionen. Im südlichen Kanton Tessin wird Italienisch gesprochen, und in der südöstlichen Region Graubünden wird Rätoromanisch gesprochen. Ein Beweis dafür, dass dieses kleine Alpenland ein Schmelztiegel aus Kulturen und Sprachen, von denen jede Region ihren eigenen einzigartigen Beitrag zur gemeinsamen schweizerischen Identität leistet.

About the Image

Das Märzbild in meinem aktuellen Fotokalender, mit dem Titel "Across the Röstigraben", nimmt uns mit ins Cockpit eines Airbus 320neo auf seinem Endanflug auf den Flughafen Zürich nach einem kurzen Flug von Genf. Der Betrachende des Bild nimmt dabei Mitten im Geschehen Platz und fängt die Präzision und Fertigkeiten ein, die in der Luftfahrt gefordert sind, insbesondere während der intensiven Phase des Endanfluges. Das Bild markiert den Abschluss einer faszinierenden Reise durch den Schweizer Himmel.

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 + EF zu RF Adapter + Samyang 12mm f/2.8 bei ISO 1600, f/5.6 und 1/30 sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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Behind the Image: Across the Röstigraben (E)

The captain of this Airbus A320neo will soon make a smooth landing on runway 34 at Zurich Airport after a short hop from Geneva. Despite its size, Switzerland has four official languages. During this 30-minute flight, we cross the "Röstigraben", which marks the boundary between the French and German-speaking areas of the country named after a national dish.

Welcome on board LX2819

As the Airbus A320neo gracefully descends towards Zurich Airport, completing a brief journey from Geneva, we are reminded of the captivating diversity that Switzerland unfolds beneath us. Despite its modest geographical expanse, Switzerland is a land of rich cultural tapestry, vividly reflected in its four official languages. On our 30-minute flight, we have the privilege of traversing almost the entire width of this gem, nestled at the heart of Europe and the place I proudly call home. With several flights per day, we connect the two gateways to Switzerland and offer unique perspectives as we traverse the country's entire width. Above all, we are also crossing the symbolic divide known as the "Röstigraben," marking the transition between the French and German-speaking regions, aptly named after a beloved national dish. Come along and join me in exploring Switzerland from above.

Geneva, nestled along the shores of Lake Geneva and surrounded by the majestic Alps, is a cosmopolitan city renowned for its natural beauty, diplomatic significance, and cultural vibrancy.
Geneva, nestled along the shores of Lake Geneva and surrounded by the majestic Alps, is a cosmopolitan city renowned for its natural beauty, diplomatic significance, and cultural vibrancy.
Nestled between the hills of the Jura to the left and the high peaks of the French Alps, the lights of Geneva are clearly visible as we are about to reach Swiss Airspace looking East.
Nestled between the hills of the Jura to the left and the high peaks of the French Alps, the lights of Geneva are clearly visible as we are about to reach Swiss Airspace looking East.

Departing from Geneva, nestled on the shores of Lake Geneva and surrounded by the French-speaking canton of Geneva, the view is adorned with the picturesque charm of the Lavaux vineyards and the majestic Alps to the south.

From the moment we took off, the landscape below transformed, mirroring the linguistic and cultural shifts of the Swiss terrain. The French influence is palpable, evident not only in the language spoken but also in the architectural flair and culinary delights that define the region. Thanks to the short distance, our flight profile takes us to a relatively low cruising altitude of only 5000m or 15000ft. We gaze south while climbing over Lake Geneva, admiring the 4805m high Mont Blanc. The massif of the same name is located right at the border triangle of France, Italy, and Switzerland, and its peak is the highest mountain in the Alps and Europe outside the Caucasus range. Our eyes shift slightly to the left, quickly catching sight of the Matterhorn, undoubtedly the most famous mountain and a national symbol of Switzerland. The Valais Alps surround it, which boast remarkable distinctions among the Alpine groups: they have the most extensive glaciation and are home to the highest number of four thousanders among all Alpine groups. Just behind the Matterhorn, the Monte Rosa massif comes into view, adorned with glaciers and hosting the highest mountain in the Swiss Alps. Standing at 4634 meters, the Dufourspitze is Switzerland's tallest peak, presiding over the Matter Valley that links Zermatt to the north with the canton of Valais.

As the sun sets, casting a golden glow across the horizon, Mont Blanc, Europe's highest peak, stands majestically, its snow-capped summit illuminated by the evening light.
As the sun sets, casting a golden glow across the horizon, Mont Blanc, Europe's highest peak, stands majestically, its snow-capped summit illuminated by the evening light.
We are approaching the Eastern end of Lake Geneva enjoying the layers created by the early summers morning haze. Can you spot the Matterhorn?
We are approaching the Eastern end of Lake Geneva enjoying the layers created by the early summers morning haze. Can you spot the Matterhorn?
Here it is in full glory on a picture-perfect winters day. To the left you can see the Monte Rosa massif with the highest peak in Switzerland.
Here it is in full glory on a picture-perfect winters day. To the left you can see the Monte Rosa massif with the highest peak in Switzerland.

Au revoir Genève, Grüezi Zürich

After just a few minutes of flight, we reach the eastern end of Lake Geneva and are about to cross over the invisible boundary of the Röstigraben. The scenery gradually transforms as verdant valleys and charming Swiss towns replace the vineyards, marking our arrival into the heartland of German-speaking Switzerland. Here, the architecture takes on a traditional Alpine character, with chalet-style homes dotting the landscape and precision-engineered infrastructure weaving through the valleys. The term "Röstigraben" refers to a cultural and linguistic divide in Switzerland, particularly between the French-speaking and German-speaking regions. It traverses Switzerland from north to south, weaving an invisible line through various cantons from the French border in the north to the Italian border in the south. Literally translating to "Rösti ditch," Rösti is a traditional Swiss-German potato dish. The term humorously symbolizes the division between the French-speaking western part of Switzerland and the German-speaking eastern part. While mainly marking the linguistic border between the French and German-speaking areas, it also represents the subtle but perceptible transition between these two regions, where the customs, architecture, and even cuisine may subtly shift as one moves from one side to the other. Among these regions lies the rolling hills of Fribourg, presenting a unique juxtaposition: cold limestone summits to the south and mild, Mediterranean-like lakesides to the north. As we marvel at the stunning blend of landscapes framed by the majestic Swiss Alps in the distance, an instruction from air traffic control reminds us of the significance of the Röstigraben, even from an aviator's perspective. This invisible boundary delineates the separation between the Geneva and Zurich control centers of Skyguide, the air traffic control company overseeing Swiss airspace. "SWISS Two-Yankee-Alpha, contact Zurich Control on 135.680, Bon vol!" Moments later, the welcoming "Grüezi" from Zurich Control marks our entry into Zurich airspace, signaling to the pilots in the cockpit that we have crossed the Röstigraben.

We are crossing the imaginary line of the "Röstigraben" and looking back over the Lake of Gruyère, with Mont Blanc to the right and the Valais Alps to the left.
We are crossing the imaginary line of the "Röstigraben" and looking back over the Lake of Gruyère, with Mont Blanc to the right and the Valais Alps to the left.

Halfway into our 30-minute flight, we soar over Bern, Switzerland's capital. The UNESCO-listed Old Town, with its well-preserved medieval architecture and charming cobblestone streets, is visible, and we can even spot iconic landmarks like the Zytglogge Clock Tower and the Federal Palace. To our right, the majestic Bernese Alps unfold, boasting stunning peaks, pristine glaciers, and picturesque valleys that have long captured the hearts of travelers. Rising over 4,000 meters, iconic mountains such as the Eiger, Mönch, and Jungfrau offer breathtaking vistas and shape what we affectionately call the Swiss Skyline. Adventure enthusiasts can partake in skiing, snowboarding, and hiking in winter, while summer invites mountain biking, paragliding, and alpine trekking. Don't miss the opportunity to embark on a scenic train journey aboard the Jungfrau Railway for unparalleled views of the alpine landscape. Additionally, the region is dotted with picturesque lakes like Thun and Brienz, ideal for leisurely boat cruises and water sports. With its fusion of natural splendor, cultural richness, and thrilling activities, the Bern and Bernese Alps region promises an unforgettable Swiss adventure for every traveler.

We are overhead Bern, enjoying the view towards Lake Thun, the majestic Bernese Alps, and its intimidating Eiger Northface just above the lake.
We are overhead Bern, enjoying the view towards Lake Thun, the majestic Bernese Alps, and its intimidating Eiger Northface just above the lake.
Can you spot the Observatory on Jungfraujoch? Follow the lines of the Aletsch glacier to find it. A mind-boggling railway ascends to the highest railway station in Europe, offering breathtaking views of the Swiss Alps.
Can you spot the Observatory on Jungfraujoch? Follow the lines of the Aletsch glacier to find it. A mind-boggling railway ascends to the highest railway station in Europe, offering breathtaking views of the Swiss Alps.
The rolling hills of the Emmental and the Alps of Central Switzerland in the back.
The rolling hills of the Emmental and the Alps of Central Switzerland in the back.

As we glide over the rolling hills of the Emmental, our descent marks the beginning of our approach to Zurich Airport. North of the Alps, Central Switzerland unfolds, showcasing the captivating beauty of Lake Lucerne. Mount Pilatus and Rigi stand proudly at the center of it, casting shadows over the tranquil waters below. Lucerne, to me, epitomizes the essence of Swiss charm, with its picturesque Old Town and iconic Chapel Bridge offering postcard-perfect views against the backdrop of the towering Alps. For an unforgettable experience, ascend the steepest cogway to the summit of Mount Pilatus, where panoramic vistas await, revealing the true splendor of Central Switzerland.

Mount Pilatus majestically overlooking Lake Lucerne and the picturesque town. In the distance Zurich Airport is already visible.
Mount Pilatus majestically overlooking Lake Lucerne and the picturesque town. In the distance Zurich Airport is already visible.
While intercepting the approach path for runway 34, we look back towards Lake Lucerne to see Mount Rigi and Pilatus with the Bernese Alps in the background.
While intercepting the approach path for runway 34, we look back towards Lake Lucerne to see Mount Rigi and Pilatus with the Bernese Alps in the background.

"SWISS Two-Yankee-Alpha, turn left heading 010, cleared ILS approach runway 34," the crisp voice of air traffic control directs our path towards the approach path of runway 34 as we glide gracefully over the rolling hills of Zurich's countryside. As we prepare for our imminent landing at Zurich Airport, it's impossible not to reflect on the remarkable journey we've embarked upon in just a short time. Crossing the Röstigraben, we've transcended more than mere geographical boundaries; we've traversed through layers of history, language, and culture that collectively form the essence of Switzerland. It's a testament to the country's remarkable ability to embrace diversity while fostering unity—a delicate balance that has defined its national character for centuries. As flight crews and air travelers, we are privileged to witness this diversity from our aerial vantage point, gaining a newfound appreciation for the intricate tapestry of identities that make Switzerland unique. With a smooth touchdown, our journey across Switzerland under the guidance of our skilled captain draws to a close.

Looking north across the city of Zurich towards the airport.
Looking north across the city of Zurich towards the airport.

Of course, Switzerland's linguistic and cultural diversity is not confined to French and German regions alone. Italian is spoken in the southern canton of Ticino, and Romansh is spoken in the southeastern region of Graubünden. The country is a melting pot of cultures and languages, each adding its own unique flavor to the Swiss identity.

About the Image

The March image in my current photo calendar, titled "Across the Röstigraben," takes us into the cockpit of an Airbus 320neo as it executes its final approach to Zurich Airport following a short flight from Geneva. This immersive picture vividly captures the precision and skill demanded in aviation, particularly during the intense focus required for the final approach. Moreover, it narrates a captivating tale of the awe-inspiring scenery one experiences while traversing the skies over Switzerland.

 

Captured with a Canon EOS R5 + EF to RF Adapter + Samyang 12mm f/2.8 at ISO 1600, f/5.6, and 1/30 sec.


About "Behind the Image"

In my photo calendar "Up in the Sky" I get to share my favorite aviation pictures with you. This blog series will complement the product and will tell the story about the moment the picture was taken. It will also share comprehensive information about what happend on the flight deck and how the picture was created.

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Behind the Image: Snowed-in (E)

A passing winter storm has blanketed Zurich Airport in heavy snow, resulting in a temporary closure. Following the diligent work of the snow removal team, it is now time to resume flights. Before this Airbus A220 can take to the skies again, the residual snow on its wings and fuselage must be removed. It is patiently waiting for its turn at the de-icing pad, a bit like a beauty makeover.

Why is De-Icing necessary? Well, Flight Safety First!

Mrs. Holle was extremely diligent! Tirelessly, she shook out her snow pillows, and the thick snowflakes fell from the sky. They enveloped Switzerland in a fairytale winter dress, albeit not without causing a bit of chaos in public transport. Especially at Zurich Airport, the snow removal teams could hardly keep up, trying to clear the runways and taxiways. Thanks to their relentless efforts, normalcy gradually returned the next day. Under sunny skies and frosty temperatures, the airport offered spectators an impressive spectacle: the snow-covered planes, treated by de-icing vehicles, sparkled in the sunlight. Like this Airbus A220, patiently waiting to be freed from its thick snow cover before takeoff. Have you ever watched a plane being de-iced, and do you know why this process is necessary?

 

For several years, the aviation industry has adhered to the so-called "clean aircraft concept." This safety initiative ensures that before takeoff, frozen deposits are removed not only from the fuselage but especially from the critical flight surfaces. These include the upper side of the wings, as well as the rudder and elevators.

 

In order to see anything at all, the mechanic removes the snow from the cockpit windows.
In order to see anything at all, the mechanic removes the snow from the cockpit windows.

The necessity of de-icing becomes apparent when considering that ice, frost, or snow on the aircraft not only reduce lift but also simultaneously increases drag and the overall weight. Neglecting to de-ice the aircraft could, in extreme cases, lead to a critical flight condition.

Once all passengers are on board, and the doors and cargo doors are closed, de-icing can commence. Depending on local regulations, this may occur either directly at the gate or at a designated de-icing pad. Pilots use checklists to configure and then the procedure can begin. Typically, a vehicle approaches each side of the aircraft, and the ground crew promptly begins spraying the aircraft.

At Zurich Airport, there are two de-icing areas, known as "De-Icing Pads." These are located close to the runways, facilitating a prompt departure after de-icing and better containment of the de-icing fluid.
At Zurich Airport, there are two de-icing areas, known as "De-Icing Pads." These are located close to the runways, facilitating a prompt departure after de-icing and better containment of the de-icing fluid.

Behind the general term "De-Icing," there are, in fact, two subcategories. While they may appear similar at first glance, they differ with a small but significant distinction. Depending on weather conditions, we determine whether the aircraft needs only de-icing or requires an additional protective layer. This second step, known as "Anti-Icing," becomes necessary only in the presence of precipitation and prevents the reformation of ice on the critical flight surfaces. To facilitate identification, they are also distinguished by color: Regardless of the type of de-icing fluid, the de-icing step is always marked in orange, while the anti-icing step is colored green.

At the de-icing station, two vehicles are already waiting for us. We completed the "Before De-Icing" checklist and communicated with the ground crew via radio. Soon the de-icing will commence.
At the de-icing station, two vehicles are already waiting for us. We completed the "Before De-Icing" checklist and communicated with the ground crew via radio. Soon the de-icing will commence.

Back to our flight

After a short wait, we taxied to the assigned de-icing pad, completed the checklist, and coordinated the procedure with the ground crew via radio. The method chosen primarily depends on the weather conditions. In our case, since it's still snowing, both steps are required. In the first step, the thick layer of snow is removed, and then, in the second step, a protective layer is applied. In both steps, a mixture of water, glycol, and other additives is used. This mixture is non-toxic and biodegradable. The ground crew calculates the optimal ratio that provides the necessary protection while being cost-effective. Based on this ratio and the current weather conditions, we can calculate the "Hold Over Time" in the cockpit. This timeframe determines how long the protective layer will last, shielding the critical flight surfaces from the reformation of ice and snow. It can range from a few minutes in very cold temperatures or heavy precipitation to around an hour in milder conditions.

From the cockpit, we watch the ground crew treating our aircraft with utmost care ensuring that we can take off safely shortly. This duration, by the way, varies between 10 and 30 minutes, depending on the size of the aircraft, the de-icing method applied, and the current weather conditions. Typically, during the de-icing of an aircraft at Zurich Airport, at least five members of the ground crew are involved. On one side, the two operators of the de-icing vehicles who skillfully maneuver their equipment high above on the articulated arm to delicately spray the aircraft. They are supported by various positions, including the De-Icing Coordinator, overseeing the entire process, the Pad Coordinator (bottom right), communicating with the pilots via radio, and a De-Icing Pad Coordinator (bottom left), monitoring the actual de-icing process.

Photo Tip

Especially impressive shots are captured during twilight and at night when using a slightly longer exposure time, creating a distinctive visual effect.

“SWISS Three-Alpha-Zulu, from De-Icing”

Over the radio, we receive all the details about the just completed procedure. After a final checklist, we taxi to the runway, ready to take off into the morning sky above ZRH in a matter of moments.

 

Flightlapse

Enjoy this collection of timelapse sequences of the winter ops at ZRH.

De-iced and ready, we take off into the morning sky above the winter wonderland.
De-iced and ready, we take off into the morning sky above the winter wonderland.
Dreamy views over the main Alpine ridge during the early morning hours. Those who look closely might even recognize the Matterhorn.
Dreamy views over the main Alpine ridge during the early morning hours. Those who look closely might even recognize the Matterhorn.

About the Image

The February image in my current photo calendar "Snowed-in" features a freshly snow-covered Airbus A220 at Zurich Airport, taken the day after intense snowfall. This image explicitly illustrates how aviation is significantly influenced by weather conditions, and especially winter weather necessitates numerous special procedures to ensure safe flight operations.

 

Captured with a Canon EOS 5D Mark IV + Canon EF100-400 IS II USM @234mm at ISO 640, f/5.0, and 1/200 sec.


About "Behind the Image"

In my photo calendar "Up in the Sky" I get to share my favorite aviation pictures with you. This blog series will complement the product and will tell the story about the moment the picture was taken. It will also share comprehensive information about what happend on the flight deck and how the picture was created.

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Behind the Image: Snowed-in (D)

Frau Holle war äusserst fleissig! Unermüdlich schüttelte sie ihre Schneekissen aus und die dicke Schneeflocken fielen vom Himmel. Sie hüllten die Schweiz in ein märchenhaftes Winterkleid allerdings nicht ohne dabei im öffentlichen Verkehr für das ein oder andere Chaos zu sorgen. Insbesondere am Flughafen Zürich kamen die Schneeräumtruppen zwischenzeitlich kaum noch hinterher, die Pisten und Rollwege freizuräumen. Dank ihrer unermüdlichen Arbeit kehrte am Tag danach allmählich wieder Normalität ein. Bei Sonnenschein und frostigen Temperaturen bot sich den Zuschauern am Flughafen ein beeindruckendes Schauspiel: Die schneebedeckten Flugzeuge, die von den Enteisungsfahrzeugen bearbeitet wurden, glitzerten im Sonnenlicht. So auch dieser Airbus A220, der vor dem Abflug geduldig darauf wartet von seiner dicken Schneedecke befreit zu werden. Hast du schon einmal ein Flugzeug beim Enteisen beobachtet und weisst du, warum dieser Vorgang überhaupt notwendig ist?

Warum wird überhaupt enteist? Flight Safety First!

Seit einigen Jahren gilt in der Luftfahrt das sogenannte "clean aircraft concept". Dieses Sicherheitsbestreben stellt sicher, dass vor dem Abflug gefrorenen Ablagerungen vom Rumpf, inssondere aber von den kritischen Flugflächen entfernt werden. Hierzu zählen die Flügeloberseite, sowie das Seiten- und Höhenruder.

Vor jedem Abflug begutachtet einer der beiden Piloten das Flugzeug. Nebst generellen Beschädigungen inspiziert er/sie dabei besonders die Triebwerke und Reifen. Weiter wird geprüft, ob sich auf den kritsichen Flugflächen gefrorene Ablagungen befinden.
Vor jedem Abflug begutachtet einer der beiden Piloten das Flugzeug. Nebst generellen Beschädigungen inspiziert er/sie dabei besonders die Triebwerke und Reifen. Weiter wird geprüft, ob sich auf den kritsichen Flugflächen gefrorene Ablagungen befinden.
Um "überhaupt" etwas zu sehen entfernt der Mechaniker den Schnee von den Cockpitscheiben.
Um "überhaupt" etwas zu sehen entfernt der Mechaniker den Schnee von den Cockpitscheiben.

Die Notwendigkeit einer Enteisung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Eis, Frost oder Schnee auf dem Flugzeug nicht nur den Auftrieb reduzieren, sondern gleichzeitig den Luftwiderstand erhöhen und das Gesamtgewicht beeinflussen. Wird es versäumt das Flugzeug zu enteisen, könnte dies im äussersten Fall zu einen kritischen Flugzustand führen.

Sobald alle Passagiere an Bord, die Türen und Frachttore geschlossen sind, kann die Enteisung beginnen. Je nach den lokalen Vorgaben erfolgt diese entweder direkt am Standplatz oder an einer dezidierten Enteisungsstation. Nachdem das Flugzeug mittels einer Checkliste konfiguriert ist, nähern sich üblicherweise pro Flugzeugseite je ein Fahrzeug und die Bodenmannschaft beginnt sogleich mit dem Enteisungsprozedere.

Am Flughafen Zürich gibt es zwei Enteisungsstationen, sogenannte "De-Icing Pads". Diese befinden sich nahe der Startbahnen und ermöglichen einen zeitnahen Abflug nach erfolgter Enteisung und eine bessere Sammlung der Enteisungsflüssigkeit.
Am Flughafen Zürich gibt es zwei Enteisungsstationen, sogenannte "De-Icing Pads". Diese befinden sich nahe der Startbahnen und ermöglichen einen zeitnahen Abflug nach erfolgter Enteisung und eine bessere Sammlung der Enteisungsflüssigkeit.

Hinter dem generellen Begriff “De-Icing” verstecken sich übrigens zwei Unterbegriffe und leicht unterschiedliche Vorgehensweisen. Diese mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, unterscheiden sich jedoch mit einem kleinen, aber signifikanten Unterschied. Denn je nach Wetterbedingungen unterscheiden wir, ob das Flugzeug “nur” enteist werden muss oder eine zusätzliche Schmutzschicht benötigt wird. Dieser zweite Schritt, das sogenannten “Anti-Icing”, wird nur bei vorherrschendem Niederschlag notwendig und verhindert ein erneutes Ansetzen auf den kritischen Flugflächen. Zur einfacheren Identifikation unterscheiden sie sich übrigens auch farblich: Unabhängig vom Typ der Enteisungsflüssigkeit ist der De-Icing Schritt jeweils orange und der Anti-Icing Schritt grün eingefärbt.

An der Enteisungsstation warten bereits zwei Fahrzeuge auf uns. Wir führen die "Before De-Icing" Checkliste durch und sprechen uns per Funk mit der Bodenmannschaft ab. In kürze kann das Enteisen beginnen.
An der Enteisungsstation warten bereits zwei Fahrzeuge auf uns. Wir führen die "Before De-Icing" Checkliste durch und sprechen uns per Funk mit der Bodenmannschaft ab. In kürze kann das Enteisen beginnen.

Zurück zu unserem Flug

Nach einer kurzen Wartezeit sind wir auf die zugewiesene Enteisungsstation gerollt, haben die Checkliste abgeschlossen und uns über Funk mit der Bodenmannschaft auf das gewünschte Vorgehen geeinigt. Die Wahl der Methode hängt dabei primär von den Wetterbedingungen ab. Da in unserem Fall noch Schnee fällt, werden beide Schritte benötigen. Im ersten Schritt wird nun die dicke Schneeschicht entfernt und danach im zweiten Schritt die Schutzschicht aufgetragen. In beiden Schritten wird dabei eine Mischung aus Wasser, Glykol und anderen Zusätzen verwendet. Sie ist ungiftig und biologisch abbaubar. Die Bodenmannschaft berechnet das optimale Mischverhältnis für den nötigen Schutz bietet und gleichzeitig kostengünstig ist. Basierend auf dem Mischverhältnis und den aktuellen Wetterbedingungen können wir im Cockpit dann die sogenannte "Hold Over Time" berechnen. Diese Zeitspanne definiert, wie lange die Schutzschicht hält und die kritischen Flugflächen vor einem erneuten Ansetzen von Eis und Schnee schützt. Sie kann in sehr kalten Temperaturen oder bei starkem Niederschlag wenige Minuten, in milderen Bedingungen aber auch rund eine Stunde betragen.

Vom Cockpit aus beobachten wir, wie die Bodenmannschaft mit äusserster Sorgfalt dafür sorgt, dass wir in Kürze sicher abheben können. Diese Dauer variiert übrigens zwischen 10 und 30 Minuten, abhängig von der Grösse des Flugzeugs, der angewandten Enteisungsmethode und den aktuellen Wetterbedingungen. Üblicherweise sind bei der Enteisung eines Flugzeugs am Flughafen Zürich mindestens fünf Mitglieder der Bodenmannschaft beteiligt. Auf der einen Seite agieren die beiden Bediener der Enteisungsfahrzeuge, die hoch oben auf dem Auslegearm ihre Fahrzeuge geschickt manövrieren und behutsam das Flugzeug enteisen. Diese werden von verschiedenen Stellen unterstützt, darunter der Enteisungs-Koordinator, der den gesamten Prozess leitet, der Pad-Koordinator (unten rechts), der per Funk mit den Piloten kommuniziert, und ein De-Icing-Pad-Koordinator (unten links), der den eigentlichen Enteisungsprozess überwacht.

Fototipp

Besonders eindrückliche Aufnahmen entstehen in der Dämmerung und nachts, wenn mit einer etwas längeren Belichtungszeit aufgenommen werden kann und so ein besonderer visueller Effekt entsteht.

“SWISS Three-Alpha-Zulu, from De-Icing”

Über Funk erhalten wir alle Angaben zum soeben abgeschlossenen Prozedere und nach einer erneuten Checkliste rollen wir zur Startbahn um wenige Augenblicke später in den Morgenhimmel über ZRH abzuheben.

Flightlapse

Geniessen Sie diese Zusammenstellung von Zeitraffersequenzen der Winter OPS am Flughafen Zürich.

 

Frisch enteist starten wir in den Morgenhimmel über dem Winterwunderland.
Frisch enteist starten wir in den Morgenhimmel über dem Winterwunderland.
Traumhafte Ausblicke über den Alpenhauptkamm während der frühen Morgenstunden. Wer genau hinschaut, kann sogar das Matterhorn erkennen.
Traumhafte Ausblicke über den Alpenhauptkamm während der frühen Morgenstunden. Wer genau hinschaut, kann sogar das Matterhorn erkennen.

Über das Bild

Das Februar-Bild in meinem aktuellen Fotokalenders "Snowed-in" zeigt einen frisch verschneiten Airbus A220 am Flughafen Zürich am Tag nach intensivem Schneefall. Dieses Bild zeigt ausdrücklich, wie stark die Fliegerei dem Wetter ausgeliefert ist und besonders das Winterwetter zahlreiche Spezialverfahren für einen sicheren Flugbetrieb erfordern.

 

 

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV + Canon EF100-400 IS II USM @234mm bei ISO640, f/5.0, 1/200 Sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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Behind the Image: Landing in Winter Wonderland (D)

In wenigen Augenblicken werden wir auf der Piste 34 in Kittilä, dem Tor zu finnisch Lappland aufsetzen. Die 2500 Meter lange Landebahn liegt jenseits des Polarkreises und ist oft mit Schnee bedeckt. Solche winterlichen Bedingungen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar und erfordern spezielle Verfahren.

(Not) Just another day at the office

Rund fünf Stunden zuvor beginnt ein langer Arbeitstag der uns direkt ins Winter Wunderland und zur nördlichsten Destination im Streckennetz führen wird. Ziele wie diese sind eine willkommene Abwechslung in unserem Dienstplan, bieten sie doch nicht nur eine «exotisch-klingende» Destination, sondern auch eine Reihe an spannenden Herausforderungen.

Die Herausforderungen der Arktis

Doch was macht "Winterwetter" so anspruchsvoll? Am offensichtlichsten sind sicherlich die mit Schnee und Eis bedeckten Landebahnen, welche unseren Bremsweg signifikant verlängern. Zudem setzt sich der Niederschlag auf dem Flugzeug nieder. Dies ist besonders kritisch auf der Flügeloberseite, würde Frost oder gar eine Schicht Schnee für eine massiv verschlechterte Aerodynamik sorgen. Weiter beeinflusst die extreme Kälte den Höhenmesser und je näher wir dem magnetischen Nordpol kommen, desto ungenauer wird unser Kompass.

 

 

Kontaminierte Landebahn
Der Betrieb von einer kontaminierten Landebahn birgt ähnliche Herausforderungen wie im Strassenverkehr. Raue Winterbedingungen oder starke Niederschläge können die Landebahn kontaminieren und uns Piloten vor einige Herausforderungen stellen. Unter anderem ist bei kontaminierter Piste oder Rollwegen mit einem erhöhten Bremsweg aufgrund des reduzierten Reibungskoeffizienten bei gleichzeitig verschlechterter Steuerbarkeit zu rechnen. Im Fliegerjargon bedeutet «kontaminiert» übrigens, dass die Piste weder trocken noch nass, sondern zum Beispiel mit Schnee, Matsch, Eis oder stehendem Wasser bedeckt ist. Obschon herausfordernd sind das Starten und Landen von einer bedeckten Landebahn sicher, mitunter da es strengen Vorschriften unterliegt. Daher werden jede Start- und Landung im Voraus unter Berücksichtigung der herrschenden Bedingungen berechnet. Dies ermöglicht es uns, genau zu wissen, wie lang unser Landeweg sein wird oder welche Schubwerte wir benötigen, um sicher abzuheben. Es deckt auch das unwahrscheinliche Ereignis eines abgebrochenen Starts ab und stellt sicher, dass ausreichend Landebahn übrig bleibt, um anzuhalten. Obwohl die Bodenmannschaft stets unermüdlich arbeitet um die Landebahnen möglichst gut zu präparieren, ist eine vollständige Räumung nicht immer möglich und kann zu einer vorübergehenden Schliessungen der Piste oder gar des Flughafens führen.

Enteisung

Das Fliegen im Winter erfordert oft das Enteisen des Flugzeugs vor dem Start. Eis, Frost oder verbliebener Schnee auf dem Flugzeug verringern den Auftrieb, erhöhen das Gewicht sowie den Luftwiderstand. Daher ist es zwingend notwendig, solche Verunreinigungen vor dem Start zu entfernen. Sobald alle Passagiere an Bord sind, erfolgt normalerweise das Enteisungsverfahren, entweder direkt am Standplatz oder an einem speziellen Enteisungsplatz, je nach lokalen Vorgaben. Ein kleiner Ausblick auf das Bild des nächsten Monats zeigt bereits, dass sich dieses intensiv mit dem Thema Enteisung befassen wird. Weitere Details zu diesem Thema folgen in der baldigen Februarausgabe. 

Instrumentenfehler
Das Fliegen in nördlichen Gefilden beeinflusst auch unsere Instrumente. So beeinträchtigen kalte Temperaturen etwa den Höhenmesser und die Magnetfelder beeinflussen den Kompass.

 

Kalte Temperaturen
Der Höhenmesser ist im Wesentlichen ein Messgerät für den Umgebungsdruck. Er misst die umgebende "Luftsäule", die von Natur aus aufgrund variierender Temperaturen schwankt. Da die Temperatur einen direkten Einfluss auf die Luftdichte hat, beeinflusst sie auch die gemessene Luftsäule. Daher entspricht die angezeigte Höhe nur unter ISA-Standardbedingungen der tatsächlichen Höhe (wahre Höhe).

 

 

"Von warm zu kalt, wirst du nicht alt!"

Da sich Luftmoleküle je nach Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen, kann der Höhenmesser bei wärmeren Temperaturen eine niedrigere Höhe anzeigen als tatsächlich vorhanden und umgekehrt bei kälteren Temperaturen irrtümlicherweise eine höhere Höhe. Letzteres ist besonders kritisch, da es dem Piloten suggeriert, höher zu fliegen, obwohl er tatsächlich tiefer ist. Diese Diskrepanz ist besonders entscheidend, wenn man in Wolken fliegt und sich ausschliesslich auf Instrumente verlassen muss.

 

 

Kompass Fehler

In hohen Breitengraden unterliegt das magnetische Feld starken Veränderungen, die den Kompass beeinflussen. Da die Navigation in modernen Verkehrsflugzeugen hauptsächlich auf GPS basiert, hat der Instrumentenfehler des Kompasses nur eine sekundäre Bedeutung. Doch warum gibt es eigentlich einen Kompassfehler? Die Erklärung liegt im Unterschied zwischen dem magnetischen Nordpol der Erde, der sich irgendwo im Norden von Kanada befindet, und dem geografischen Nordpol. Diese Differenz führt dazu, dass der Kompass einen Fehler namens Variation anzeigt. Dabei handelt es sich um den Winkelunterschied zwischen der vom Kompass gemessenen Richtung (zum magnetischen Nordpol) und der wahren Richtung (geografischer Nordpol). Je weiter man nach Norden kommt, desto grösser ist die Distanz zwischen den «beiden» Nordpols und somit dieser Fehler. Übrigens: Piloten finden die Informationen zur Variation für jede Position auf ihrer Luftfahrtkarte. Sie ist nach Ost oder West benannt, um die Seite des wahren Nordens anzuzeigen, auf der der Kompass-Norden liegt. Zum Beispiel beträgt die Variation auf der Thule Air Base (BGTL) an der nordwestlichen Küste Grönlands fast 42° W. Heutzutage muss die Variation etwa bei der Interpretation von Windangaben berücksichtigt werden.

 

Willkommen im Winterwunderland

Zurück zum eigentlichen Flug nach KTT. Wir haben gerade den finnischen Luftraum erreicht, und die dichten Wolkenfelder unter uns lichten sich. Während wir also im angenehm warmen Cockpit sitzen, dürfen wir Ausblicke über faszinierend schöne, jedoch sehr karge Landschaft geniessen. Erinnerungen an meine eigenen Ferien hier im hohen Norden kommen hoch, bei denen ich die Schönheit von finnisch Lappland für mich entdecken durfte. Die beinahe unendlichen, tiefgefrorenen Weiten und die surreale Schönheit von schneebedeckten Landschaften, gepaart mit der stillen Ruhe und dem bezaubernden Tanz der Nordlichter, machen für mich den faszinierenden Reiz dieser einzigartigen Region aus.

Die erste Sinkflugfreigabe durch die Flugsicherung holt mich zurück in die Gegenwart und zu den Gedanken an den bevorstehenden, sehr anspruchsvollen Anflug auf die Piste 34. Wenige Minuten später steuert mein Erster Offizier das Flugzeug präzise auf die Landebahn und vollführt eine geschmeidige Landung. Die Bremswirkung erweist sich als gut, und so rollen wir schon nach rund 1500 Metern von der Piste ab. Wie erwartet sind die Rollwege und das Vorfeld schneebedeckt. Entsprechend langsam und mit äusserster Vorsicht steuere ich das Flugzeug zum zugewiesenen Standplatz. Kurz darauf verabschieden wir unsere Gäste mit den besten Wünschen für eine wundervolle Zeit im Winterwunderland, das sie exklusiv mit Kontiki Reisen erleben werden. Mit dem letzten ausgestiegenen Passagier richtet sich unsere Aufmerksamkeit rasch auf die Vorbereitungen für den bevorstehenden Abflug und die Heimreise in die Schweiz.

 

Über das Bild

 

Das Januar-Bild in meinem aktuellen Fotokalenders "Willkommen im Winterwunderland" fängt die faszinierende Schönheit dieser unwirklichen Region ein. Das Fliegen zum Polarkreis erfordert tiefgreifendes Wissen über die einzigartigen Herausforderungen solcher Operationen, effektive Zusammenarbeit aller Beteiligten und eine kontinuierliche Aufdatierung des Flugverlaufs.

 

 

 

Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 + Sigma 35mm F1.4 DG HSM Art, ISO100, f/6.3, 1/320 Sek.


Über "Behind the Image"

In meinem Fotokalender "Up in the Sky" gewähre ich faszinierende Einblicke in meinen Alltag als Linienpilot. Diese Blogserie ergänzt den Fotokalender und erzählt die Geschichte hinter dem Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde. Zudem bietet sie Hintergrundinformationen darüber, was sich im Cockpit ereignet hat und wie das Bild entstanden ist.

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